Für Werthers Parteien stellt sich die Bürgermeister-Frage ganz neu »Das ist ein Coup«

Werther (WB). Marion Weike strebt das Amt der Landrätin an - und fällt damit automatisch für die Bürgermeisterwahl in Werther raus. Der SPD-Ortsverein hat für Sonntag eine nichtöffentliche Mitgliederversammlung einberufen, bei dem sie einen neuen, externen Kandidaten vorstellen will. Der Öffentlichkeit soll er Anfang kommender Woche präsentiert werden.

Von Margit Brand
Wer sitzt hier vom kommenden Herbst an auf dem Chefsessel? Fest steht nur: Marion Weike macht nach der Wahl den Platz frei.
Wer sitzt hier vom kommenden Herbst an auf dem Chefsessel? Fest steht nur: Marion Weike macht nach der Wahl den Platz frei. Foto: Margit Brand

Marion Weikes Entscheidung lässt den Wahlkampf 2020 in einem neuen Licht erscheinen. »Damit hat sie einen Coup gelandet«, sagte CDU-Fraktionschefin Birgit Ernst, die für sich jedoch klar ausschließt, Bürgermeisterin werden zu wollen. Stattdessen denke sie ernsthaft darüber nach, wieder für den Landtag kandidieren zu wollen. Bereits im März hatte die CDU ohnehin Alexander Fillers ins Rennen um eine mögliche Nachfolge Weikes geschickt, wenngleich die formelle Nominierung noch aussteht. »Wir werden wie geplant mit ihm antreten. Wir machen unsere Personalentscheidungen nicht von einem SPD-Kandidaten abhängig.« Sie räumte ein: »Es ist natürlich für uns durchaus angenehm, wenn der Amtsbonus wegfällt.«

Für die UWG kam die Personalie überraschend. Die Frage nach einem eigenen Kandidaten habe sich bislang nicht gestellt, sagte Vorsitzender Tobias Weinhorst. »Als Unabhängige fühlen wir uns Wohl in der Rolle des Kontrolleurs der Verwaltung und sehen auch eine Notwendigkeit für diesen Gegenpol«, meinte er. Wie sich die UWG jetzt allerdings angesichts dieser neuen Situation positionieren werde, sei offen. Das werde schon bald in der Fraktion thematisiert.

Völlig überrascht von Weikes Plänen zeigte sich Grünen-Fraktionschef Dr. Walter Arnold, der gestern Vormittag während einer Zugreise vom WESTFALEN-BLATT von der Top-Personalie in Kenntnis gesetzt wurde. »Das kommt in der Tat unerwartet. Ich habe fest damit gerechnet, dass sie weitermachen wird, zumal es viele Projekte in Werther gibt, die angefangen, aber nicht zuende gebracht sind«, sagt er. Eine Entscheidung, ob die Grünen wieder einen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufstellen werden, sei noch nicht gefallen.

Bekanntlich war bei der vorherigen Kommunalwahl Thomas Heidemann als einziger Gegenkandidat Weikes angetreten. »Die Vorgespräche zu diesem Thema laufen im Dezember«, sagte Arnold. Unabhängig von der Person sehe er den Wechsel auf dem Chefposten grundsätzlich im Rathaus positiv. »Generell sollte nach zwei Wahlperioden im Amt Schluss sein.«

Für Andreas Honsel, Fraktionsvorsitzender der FDP, kam die Nachricht nicht gänzlich unvorbereitet. Trotzdem könne die Frage nach einem möglichen eigenen Kandidaten der Liberalen noch nicht beantwortet werden: »Das hängt mit der Gesamtkonstellation zusammen. Wir sind sicherlich nicht die Ersten, die hier am Zuge sind. Doch wir halten uns das durchaus offen«, sagte er im Gespräch mit dem WB.

In einer so kleinen Stadt wie Werther sei ein Bürgermeister stark ins operative Geschäft eingebunden. »Große kommunalpolitische Erfahrung und/oder Verwaltungskompetenz sind da unerlässlich«, umriss Honsel die Ansprüche, die er an einen guten Bürgermeister(kandidaten) stellt.

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