Kommentar zum Streit ums Mobilitätskonzept in Werther
Von Konzepten und Störgefühlen

Unabhängig davon, welches Fachbüro letztlich das Konzept »Klimafreundliche Mobilität« begleiten wird, ähneln sich die Herangehensweisen. Ob Halle, Steinhagen oder jetzt eben Werther, überall sollen Bürger im hohen Maße beteiligt und »mitgenommen« werden. Zugleich ist es erklärtes Ziel, dass bei der Mobilität Änderungen im Verkehrsverhalten erreicht werden, sei es durch Aufklärung, pädagogische Kniffe oder im Zweifel auch verschärfte Sanktionen.

Sonntag, 03.11.2019, 08:00 Uhr
Der ehrenamtlich betriebene Bürgerbus gehört zum vertrauten Bild in Werther. Die jetzt neu diskutierten Mobilitätskonzepten sollen allgemeine Verhaltensänderungen bewirken. Foto: Margit Brand

Um nicht missverstanden zu werden: Die realen Verkehrsverhältnisse sind nicht so, dass es keinen Bedarf gebe, dieses oder jenes Problem anzugehen und zu lösen. Wer Komfort und Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger verbessern will, kommt beinahe automatisch in (Flächen-)Konkurrenz mit den Fahr- und Parkbedürfnissen des Autoverkehrs. Da ist neben Ideenreichtum stets auch eine gute Portion Pragmatismus gefragt.

Doch was manche Politiker und auch immer mehr Bürger umtreibt, ist das zunehmende Störgefühl, dass mit den vielen neuen Konzepten vor allem Symbolpolitik betrieben wird. Hauptsache, man hat etwas fürs Klima (und die eigenen politischen Überzeugungen) getan.

Erste Widerstände wie von der Werbegemeinschaft, getrieben von Existenzsorgen der Geschäftsleute, haben sich bereits artikuliert. Und mancher fragt skeptisch, was die angekündigten Verhaltensänderungs-Programme noch so mit sich bringen werden. Das politisch Kampagnenhafte an all diesen Konzepten befördert jedenfalls bei vielen eine abwehrende Grundhaltung. Aufbruchstimmung, die alle mitnähme, wird so jedenfalls nicht erzeugt.

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