Zum zehnten Mal organisiert Irmgard Wiesbrock die Ausstellung »Hofkunst in Häger«
Wo nicht nur »schräge Vögel« wohnen

Werther-Häger (WB). Als Geburtstagsüberraschung zum zehnjährigen Bestehen spielt die Herforder Band »Silent Green« ihre handgemachte »Queerbeetmuzik«, während die Gäste den spätsommerlichen Sonnenschein bei Kaffee und Kuchen genießen. Die HofKunst-Ausstellung im zauberhaften Ambiente rund um das Haus von Irmgard Wiesbrock lockte am Wochenende wieder zahlreiche Besucher an.

Montag, 09.09.2019, 07:00 Uhr
Nicht jede kann sich ihren Begleiter schnitzen. Gastgeberin Irmgard Wiesbrock, die das Kunst-Event alle zwei Jahre organisiert, legt einen Arm um den hölzernen Casanova des Essener Bildhauers Roger Löcherbach. Foto: Johannes Gerhards

 

Alle zwei Jahre präsentieren hier mehr als 30 Künstler ihre Werke. Im weitläufigen Garten, auf der Deele und in den Nebengebäuden verteilen sich Bilder, Skulpturen, Plastiken und Objekte. Zum Teil fügen sie sich so stimmig in die Umgebung ein, dass sie erst beim zweiten Blick als Kunst wahrgenommen werden. Viele Akteure sind seit Jahren dabei und genießen das lockere Zusammensein. Gerne lassen sie sich auf Gespräche über Arbeitsweise, die Techniken oder ihren künstlerischen Hintergrund ein.

Auch »Greta« schaut vorbei

Jörg Ridderbusch aus Oldenburg findet es bemerkenswert, was Gastgeberin Irmgard Wiesbrock »hier aus dem Boden gestampft hat«. Seine schrägen, bunten Vögel aus Metallschrott sind ein Blickfang für jeden Garten. Die Unikate mit dem charakteristischen Gesichtsausdruck rufen unwillkürlich ein Schmunzeln hervor. In der Scheune nebenan scheint einen die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg aus einem großflächigem Ölbild direkt anzuschauen. Der Maler Christoph Stieghorst aus Werther hat sie in sein Werk integriert und nimmt mit dem Titel »It came out of the sky – revisited« Bezug auf einen Hit von Creedence Clearwater Revival, die 1969 schon Selbstgefälligkeit und mangelnde Visionsbereitschaft von Politikern thematisieren. Daneben präsentiert Dominik Laffin Aquarelle mit Impressionen aus Werther.

Kunst wäscht Staub weg

Sein Vater Siggy Laffin hat dagegen neben dem »etwas schrägen Humor« auch eine künstlerische Vorliebe für Affen, wie die Charakterköpfe aus Ton nahelegen. »Unschärfe war für mich schon immer ein Thema«, sagt der renommierte Bielefelder Fotokünstler Veit Mette. In seinen Mehrfachbelichtungen und farbigen Pflanzen verschwimmen die Grenzen zwischen Malerei und Fotografie. Die großen, aus einem Stamm herausgearbeiteten Holzskulpturen des Essener Bildhauers Roger Löcherbach, die feinsinnig-ironischen Draht- und Metallwesen von Thomas B. oder Rolf Stahrs akkurate Schwebe-Installationen wie die »Federwaage« hinterlassen prägende Eindrücke bei vielen Besuchern. Das in der Deele angebrachte Picasso-Zitat »Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele« scheint sich bei »Hofkunst in Häger« in allen Belangen zu bestätigen.

 

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