Wald- und Naturkindergarten der AWO in Werther besteht seit 15 Jahren
Kleine Waldkäuze erkunden Blotenberg

Werther (WB). Seit  15 Jahren bereichert der AWO- Wald- und  Naturkindergarten »Waldkauz« mit seinem Konzept die  Kindergartenlandschaft in Werther. Die Kita auf dem Blotenberg entstand  auf Initiative des Stadtelternrates, um die Vielfalt zu erweitern. Am  14. September feiert sie nun ihr Jubiläum.

Donnerstag, 05.09.2019, 08:00 Uhr
Jeden Tag in der freien Natur unterwegs sind die kleinen Waldkäuze des AWO-Wald- und Naturkindergarten, hier mit ihrer Kita-Leiterin Cornelia Schmidt (links) und dem Pädagogen Fabian Böddicker (rechts).      Foto: Anna-Lisa Tibaudo

Der holprige Weg von der Schutzhütte in den Wald führt die kleinen  »Waldkäuze« in der Morgensonne vorbei an jungen Apfelbäumen, Felder mit  reifen Kürbissen und Blumen in leuchtenden Farben. Soweit das Auge  reicht, erblickt es Wiesen und Felder, die zu beiden Seiten vom dichten  Grün des Teutoburger Waldes umsäumt sind. Die Kita-Leiterin und  Diplom-Sozialpädagogin Cornelia Schmidt hat sich an diesen üppigen  Anblick gewöhnt und freut sich trotzdem jeden Tag aufs Neue darauf.

»Da draußen regnet es«

Sie  ist seit der Kita-Gründung dabei, damals noch nicht als Leiterin, sondern  als Erzieherin. »Als ich von der Idee der Gründung hörte, war ich sofort  Feuer und Flamme und hatte mich schon bei der Stadt Werther beworben,  als noch gar nicht feststand, wer die Trägerschaft übernimmt«, erzählt  sie, während sie mit der Kindergruppe und weiteren Erziehern den steilen  Waldabschnitt erreicht.

Oben an der Holzbank angekommen, wartet die  Gruppe auf die Nachzügler, die hier und dort stehen bleiben, weil sie am Wegesrand ständig etwas Entdeckenswertes finden. Wie der dreijährige  Jonathan, der vom fedrig-weißen Haar einer Pflanze fasziniert ist,  welches er immer wieder befühlt, abzupft, begutachtet. Anschließend  pustet er es weg und schaut zu, wie es durch die Luft fliegt. »Es macht  unglaublich viel Spaß, mit Kindern in die Natur zu gehen«, sagt Cornelia  Schmidt, die selbst Mutter eines Sohnes ist. Gern erinnert sie sich an  ein Mädchen, das auf einem von Baumkronen geschützten Waldplatz stand.  Während ihr Blick auf das weite ungeschützte Feld fiel, rief sie: »Guck mal, da draußen regnet‘s.« »Das werde ich nie vergessen«,  schmunzelt die Pädagogin.

Beheimatet ist der Kindergarten auf dem schönen Gelände der Flex Eingliederungshilfe gGmbH der Diakonischen Stiftung Ummeln. Der damalige  Leiter (der Waldheimat) erklärte sich auf Anfrage bereit, auf dem Gelände  nahe der Gärtnerei eine Schutzhütte bauen zu lassen und die angrenzenden  Waldstücke den Kindern und Erziehern zur Verfügung zu stellen. Danach  suchte die Stadt Werther per Ausschreibung einen Träger. Die AWO OWL bekam den Zuschlag und ist bis heute Träger. So  konnten drei pädagogische Fachkräfte unter der damaligen Kita-Leitung  von Rabea Kleffmann mit 19 Dreijährigen und einem Fünfjährigen starten.  »Das war eine spannende und aufregende Zeit für uns alle, da noch alles  neu war und wir nebenbei noch zusehen konnten, wie die Schutzhütte und der Zaun drumherum fertig gestellt wurde«, berichtet Cornelia Schmidt.

Mittagessen aus der Großküche

Vieles hat sich im Laufe der Jahre verändert. Der Bedarf der Eltern an  den Betreuungszeiten zum Beispiel. Betreute der Waldkindergarten am  Anfang nur bis 13 Uhr, kamen nach zwei Jahren bereits Anfragen nach  längeren Betreuungszeiten und über Mittag. »Auch hier konnten wir dank  der FLEX Eingliederungshilfe eine schnelle Lösung finden. Wir  durften Räume im Haus Heimstatt anmieten und auch das Mittagessen frisch  aus der Großküche mit beziehen«, betont die Kita-Leiterin.

Inzwischen  nutzen fast alle Familien diese Lösungen. So werden die Kinder täglich  von 8 bis 15 Uhr betreut. Da es über die Jahre Schwankungen bei den Anmeldezahlen gab, hatte die  AWO zwischenzeitlich die Überlegung, den Waldkindergarten aus Kostengründen aufzugeben und ihn den Eltern mit Unterstützung der Stadt in Eigenregie zu überlassen.   Doch weil sich wieder mehr »Waldkäuze« meldeten, wurde dieser Gedanke wieder ad acta gelegt. Zurzeit ist der Kindergarten mit 20 Kindern voll ausgelastet. Der 15. Geburtstag kann fröhlich gefeiert werden.

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