Zehntes Workcamp in kenianischer Partnerschule: 14 Jugendliche setzen gemeinsam Projekte fort
Was man in Afrika lernen kann

Werther (WB). »Die Techniker in Kenia leisten gute Arbeit«, bescheinigt ihnen Solarexperte Jan Fischer. Der Inhaber des Unternehmens Geoplex aus Halle hat auf eigene Kosten an der Keniareise des Afrika-Schulpartnerschaftsclubs der Böckstiegel-Gesamtschule teilgenommen. Wie die 14 Schüler, ihre Lehrer und Begleiter hat auch er viele intensive Eindrücke gewonnen

Dienstag, 03.09.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 09:38 Uhr
Aus Bausätzen werden unter fachkundiger Anleitung von Dietmar Sahrhage (2. von rechts) Bienenkästen zusammen gesetzt.

Vom 4. Juli bis zum 2. August dauerte die internationale Begegnungsreise unter dem Motto »Globales Lernen und ökologisches Handeln in unserer Einen Welt«. Sie wurde mit Unterstützung des »Konkreten Friedensdienstes«, von »Brot für die Welt« und durch Eigenleistungen und Arbeitseinsätze der Teilnehmer ermöglicht. In die Reise eingebettet war das insgesamt zehnte Kenia-Workcamp und das zweite an der neuen Partnerschule »Gituru Secondary School« im Bezirk Naivasha. Sie hat etwa 300 Schüler und liegt rund zweieinhalb Autostunden von Nairobi entfernt unmittelbar am Äquator.

Willkommener Gegenbesuch

»Das Workcamp ist auch als Antwort auf den Besuch einer kenianischen Delegation im April 2018 zu verstehen«, sagt Ulrich Wirths, langjähriges Mitglied der PAB-Schulleitung und Vorsitzender des Afrika-Clubs. Der Wertheraner bezeichnet solche Reisen als »wichtige gesellschaftliche Möglichkeit, nachhaltig zu interkulturellem Verständnis und Solidarität mit unterprivilegierten Mitmenschen in armen Regionen dieser Welt beizutragen«.

In diesem Jahr konnten die Schüler erstmals auf das Fachwissen mitreisender Vereinsmitglieder bauen. Neben Jan Fischer war das Hobbyimker Dietmar Sahrhage. Unter seiner Leitung wurden 25 Bienenkästen gebaut. Der so gewonnene Honig soll für zusätzliche Einnahmen der kenianischen Partnerschule sorgen. Weil es in Kenia ganzjährig zwischen 18.30 und 6.30 Uhr vollkommen dunkel ist, erzeugen 50 Solarlampen aus Marmeladengläsern genügend Licht für abendliches Lernen.

Sonne spendet nachts Licht

Dazu kommen 25 transportable Solaranlagen, in denen Motorradbatterien aufgeladen werden können. »Ein Tag Laden bedeutet anderthalb Tage Licht«, betont Ulrich Wirths. Über zwei Zigarettenanzünder-Buchsen gelangt der Solarstrom an die Endverbraucher. Weiterhin wurde die medizinische Notfallstation mit einer leistungsstarken Solarbeleuchtungsanlage ausgestattet und etwa 3.000 Baumsetzlinge in den Aberdare Mountains gepflanzt.

Der touristische Aspekt kam ebenfalls nicht zu kurz. Die Schüler unternahmen eine Safari durch den Lake Nakuru Nationalpark, wanderten durch Bioreservate und besuchten das Nationalmuseum und eine Energiegewinnungsanlage aus Geothermie. Mit einer Müllsammelaktion am Strand des indischen Ozeans wollten sie beispielhaft aufzeigen, wie sich jeder einzelne für den Schutz der Umwelt einsetzen kann.

Übernachten in Hütten

Als besonderes Erlebnis erwies sich die Übernachtung in den einfachen Behausungen der kenianischen Gastfamilien. »Es war cool, sich im Morgennebel an der Wassertonne mit Blick auf die Aberdare Mountains zu waschen – viel schöner als im schicken Badezimmer zuhause«, behauptet der 16-jährige Phileas.

In nächster Zeit werden die Teilnehmer bei Jahrgangsversammlungen und öffentlichen Infoveranstaltungen über ihre Erfahrungen berichten. Laut Wirths gelang es erneut, die gemeinsame Verantwortung für die Erde bewusst zu machen, das eigene Leben in den globalen Zusammenhang zu setzen und ökologisch sinnvolle Beiträge zur Verbesserung der Lebenssituation in Kenia zu leisten. »Genau das entspricht seit Jahren unseren Zielen.«

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