Politik beauftragt Büro für Überplanung des H.W.-Meyer-Geländes
Viel Skepsis wegen Aldi-Umzug

Werther (WB). Zum zweiten Mal in nichtöffentlicher Sitzung hat sich der Planungsausschuss mit der Zukunft des H.W.-Meyer-Geländes im Zentrum Werthers befasst, auf dem bekanntlich der Aldi neu bauen will. Diesmal hat die Politik den Auftrag für die Neuaufstellung eines Bebauungsplanes an ein Planungsbüro vergeben.

Freitag, 09.08.2019, 03:00 Uhr
Der Eigentümer des zentral gelegenen Geländes der ehemaligen H.W._Meyer-Textilfabrik will die Gebäude abreißen und einen großen Aldi-Markt dort ermöglichen. Die Stadt will diesem Ansinnen eine eigene Planung entgegen setzen. Foto: Stefan Küppers

Wie berichtet, hatten sich im Juni im nichtöffentlichen Teil des Planungsausschusses drei Büros vorgestellt, die sich um die Überplanung des H.W.-Meyer-Komplexes und der angrenzenden Innenstadtbereiche bewarben. In der Feriensitzung am Dienstag fiel nun die Entscheidung, den Auftrag an das Bielefelder Büro Enderweit und Partner zu vergeben, das bekanntlich auch den Bebauungsplan für das Weco-Gelände entwickelte (das WB berichtete Mittwoch ausführlich).

Einen einfachen flachen Aldi-Zweckbau soll es auf keinen Fall geben

Wie Bürgermeisterin Marion Weike sagte, die von Amts wegen aus nichtöffentlichen Sitzungen berichten darf, soll sich nach der Sommerpause ein Arbeitskreis im politischen Raum bilden, der sich zunächst intern über die Ziele für das große H.-W.-Meyer-Grundstück verständigen will. Nach Auffassung der Bürgermeisterin steht die Ansiedlung eines Aldi durchaus nicht im Vordergrund der Debatte. Vielmehr gehe es darum, das Grundstück gut auszunutzen, wobei sie an eine mehrgeschossige Bauweise denkt, die auch zum Beispiel Büros oder Wohnen ermöglicht.

Weikes Einschätzung nach gibt es einen gewissen Konsens in der Politik, dass wenn Einzelhandel auf dem Gelände realisiert werden sollte, auf jeden Fall auch über solchen Ladenflächen etwas passieren müsse. Flache Zweckbauten soll es nicht geben. Auch die verkehrliche Situation in diesem Bereich müsse genau betrachtet werden, meinte Weike. Bekanntlich kommt zu den ohnehin beträchtlichen Belastungen auf der innerörtlichen Umgehung Engerstraße das Problem, dass ein potenzieller Aldi-Markt und der bereits gegenüber liegende Rossmann-Markt erheblichen Verkehr anziehen (würden).

Große Bedenken auch wegen der Verkehrssituation

Der Aldi, der an seinem bisherigen Standort neben dem Rewe-Markt auf eine maximale Verkaufsfläche von 799 Quadratmetern beschränkt ist, könnte auf dem H.W.-Meyer-Gelände theoretisch auf die doppelte Verkaufsflächenzahl anwachsen, weil dies zum sogenannten zentralen Versorgungsbereich Werthers zählt, wo die landesplanerische Flächenbeschränkung nicht gilt.

Im politischen Raum gibt es bisher keine klare Positionierung Pro oder Contra Aldi auf dem H.W.-Meyer-Gelände. Dem Vernehmen nach gibt es zwar einzelne Befürworter, aber mehrheitlich große Vorbehalte, insbesondere auch wegen der zu erwartenden verkehrlichen Probleme in diesem besonders stadtbildpräegenden Bereich. Zudem sind aus der Geschäftswelt bereits deutliche Sorgen wegen der möglichen Aldi-Verlagerung an Fraktionen herangetragen worden, ist zu hören.

Wie auch immer entschieden wird, es besteht Zeitdruck. Denn eine Bauvoranfrage für die Aldi-Verlagerung liegt auf dem Tisch. Mit dem Hinweis, dass die Stadt einen neuen Bebauungsplan für den Bereich aufstellt, ist das Gesuch zurückgestellt worden. Dagegen wiederum wehrt sich der Grundeigentümer juristisch mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor.

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