Im Gewerbegebiet Rodderheide soll Ende des Monats Benzin fließen
So entsteht eine Tankstelle

Werther (WB). So langsam sieht es nach Tankstelle aus. Die Sommerbaustelle im Gewerbegebiet Rodderheide geht jetzt richtig in die Vollen. Ende August, so lautet der Plan, soll der erste Liter Benzin des Mineralölkonzerns Tamoil unter dem Logo »HEM« in Werther gezapft werden können.

Donnerstag, 01.08.2019, 07:00 Uhr
Nichts erinnert mehr an die 18.000-Liter-Tanks die Mitte Juni in die Erde eingelassen wurden - außer die Öffnungen.

In den vergangenen 14 Tagen hat der 180 Meter große Shop Gestalt angenommen. Während drinnen längst der Fliesenleger bei der Arbeit ist und der Ladenbauer schon auf seinen Einsatz wartet, werden davor gerade die großen Stahlträger für das Dach über den Zapfsäulen aufgestellt. Das größte Loch klafft an Seite zum Nachbarn Weber. Die tiefe Senke muss noch ein Regenrückhalte-Reservoir und ein Pumpbecken aufnehmen. Letzte Justierungen werden an den Öffnungen zu den Kammern vorgenommen, die als riesige Benzin-, Diesel- und AdBlue-Tanks (Fassungsvermögen: 80.000 Liter) längst im Boden verschwunden sind (das WB berichtete).

Arbeit ist verschwunden

Auch wenn Passanten den Fortschritt gerne an den Hochbau-Aktivitäten festmachen: »Die eigentliche Arbeit ist bereits unter der Erde verschwunden. Das sind schon sehr komplexe Maßnahmen«, sagt Polier Ingo Pachel und erinnert an Schlammfang, Abscheider, doppelwandige Zuleitungen und all die anderen Sicherheitsmaßnahmen, die getroffen werden müssen, damit der Treibstoff in der Umwelt keinen Schaden anrichten kann.

Mit seinen Kollegen ist Pachel für das Generalunternehmen Bauteq bundesweit unterwegs ist, um neben Waschstraße und Industriehallen vor allem Tankstellen zu bauen. Immer wieder auch die für die Kette HEM, deren Betreiber Tamoil ist. Für Pachel steht schon fest: Nach Werther kommt Würzburg. Nicht nur für ihn, sondern mehr oder weniger für die ganze Truppe.

Es ist also ein eingespieltes Team, das am Werk ist. Der Plan ist nun auch eng getaktet: Noch liegt Schotter, das soll sich nächste Woche ändern. Asphaltierung, Außenanlagen, Anschluss der Zapfsäulen, Aufstellen des 8.60 Meter hohen Preisturms - es muss noch eine Menge bis Ende des Monats passieren. »Doch wir liegen gut in der Zeit«, sagt Pachel.

Drogerie statt Tanke

Was für die Männer auf dem Bau gilt, passt nicht für die Gesamtplanung, die der Tankstellenbetreiber ursprünglich mal im Kopf hatte. Zur Erinnerung: Bereits im Mai vor fünf Jahren wurde Tamoil das erste Mal im Rathaus vorstellig.

Damals ging es noch um einen anderen Standort. Die Tankstelle sollte dort gebaut werden, wo inzwischen der Rossmann-Markt steht. Anlieger liefen Sturm, als diese Pläne ein Jahr später konkreter und damit zugleich öffentlich bekannt wurden. Sie sorgten sich um zu viel Verkehr an der Ecke Nordstraße/Engerstraße; politisch schlugen die Wellen hoch. Autos zieht die Drogerie zwar heute auch reichlich an, aber eben nur während der üblichen Ladenöffnungszeiten.

Am Ende gelang es, Tamoil das verkehrsgünstig gelegene 3600 Quadratmeter große Eckgrundstück in der Rodderheide als Alternative schmackhaft zu machen. Im Mai 2018 wurden die letzten planungsrechtlichen Hindernisse aus dem Weg geräumt, Tamoil wollte daraufhin nach eigenem Bekunden im Herbst mit dem Bau starten. Das verzögerte sich dann aber aus nicht näher bekannten Gründen. Erst nach Pfingsten starteten die Arbeiten. Diese sollen nun Ende des Monats, spätestens aber Anfang September abgeschlossen sein.

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