Wo Eiswaffeln und Plastikdosen in Werther besonders gut ankommen Verpackungen zum Mitessen

Werther (WB). Gegen unnötigen Verpackungsmüll wollen die Betreiber der Eisdiele und des Edeka-Marktes in Werther angehen.

Von Klaus-Peter Schillig

Elisabeth Chierusin, Chefin in der Eisdiele Venezia am Alten Markt in Werther, freut sich natürlich über Umsatz. In ihrer Brust schlägt aber noch ein zweites Herz: für Klima- und Umweltschutz.

Deshalb will sie ihre Kunden, in diesem Fall Lehrer, Kinder und Jugendliche, dazu bringen, auf den Pappbecher zu verzichten. »Der Umwelt zuliebe sollten alle ihr Eis aus der Waffel essen«, sagt sie im Gespräch mit dem WB. Denn die gebackene Verpackung kann schließlich mitgegessen werden.

Mädchen bevorzugen offenbar den Becher

Wer an einer Eisdiele die Schleckermäuler beobachtet, wird feststellen, dass vor allem Mädchen den Becher bevorzugen. Ist es schicklicher, daraus zu essen? Ist die klassische Waffel etwa vom Fleckenteufel besessen?

Ausnahmen von ihrer Waffel-Empfehlung lässt Elisabeth Chierusin natürlich gelten. Eine Gluten-Unverträglichkeit beispielsweise. Und wer für die Kollegen im Büro oder die Familie zu Hause Eis mitbringen möchte, ist mit Bechern auf Pappteller und Papierbogen drumherum natürlich am besten bedient. Es sei denn, der Kunde bringt eine große Schüssel mit. Aber braucht man wirklich für jeden Becher einen Plastiklöffel?, fragt sich die Wertheranerin. Zu Hause oder im Büro seien Löffel doch meist vorhanden.

Kampf den vielen Knotenbeuteln

Noch mehr Verpackungen sind in Supermärkten bisher noch der Normalfall. In der Obst- und Gemüse-Abteilung werden Äpfel, Tomaten, Birnen oder Kartoffeln im Klarsicht-Knotenbeutel zur Kasse gefahren, noch gar nicht lange her sind die Zeiten, als Äpfel im Sechserpack im Styropor-Bett lagen und mit Folie eingeschweißt waren. Diese Folien sind auch Martina Engelke-Söhngen, Chefin des Edeka-Markts im Wertheraner Zentrum, ebenso ein Dorn im Auge wie andere Plastik-Behältnisse.

Sie hat schon selbst eine Kundin angesprochen, die für jeden einzelnen Apfel, jede Birne, jede Banane einen neuen Knotenbeutel genommen hatte. Die Supermarkt-Leiterin musste sich anhören, sie könne sich wohl die Beutel nicht mehr leisten. »Wir und unsere Erde können sich das nicht mehr leisten«, sagt Martina Engelke-Söhngen.

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Ab Juli haben wir bei Obst und Gemüse nur noch Papiertüten.

Martina Engelke-Söhngen, Edeka Werther

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Sie steuert jetzt dagegen. »Ab Juli haben wir bei Obst und Gemüse nur noch Papiertüten«, kündigt sie an. Sie hätte schon früher umgestellt. Die Tüten, die in der Haptik an das gute alte Butterbrotpapier erinnern, sind schon da. Wegen der erst kurz zurückliegenden Messe sind aber die Spender wegen großer Nachfrage erst Ende Juni lieferbar.

Auch an der Fleischtheke soll umgestellt werden auf Papier. Mit Einschränkungen allerdings. Marinierte Ware könne man nicht in Papier einwickeln. Insgesamt sei auch hier ein Umdenken bei den Mitarbeitern gefragt: Die seien seit ihrer Ausbildung darauf getrimmt und erzogen, Ware möglichst hygienisch und sicher für den Kunden zu verpacken. Und auch die Kunden können noch dazu lernen. Denn man könnte sich an die Fleischtheke auch seine eigenen Gefäße – gut verschließbare Glasschalen oder Tupperdosen – mitbringen. Aber dafür ist Planung gefragt, wie die Wertheraner Kauffrau sagt: »Für Geflügel, anderes Fleisch, Wurst oder Käse braucht man jeweils extra Gefäße.«

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