Energieversorgung Blotenberg: EGW-Mann schlägt langfristige Verträge für Bauherren vor
»Klar, wir wollen Geld verdienen«

Werther (WB/SKü). Um das künftige Neubaugebiet Blotenberg mit zukunftsweisenden Energieformen zu versorgen, schlagen die EWG als kommunaler Energieversorger der Politik für die geothermische Erschließung ein sogenanntes Contracting-Modell mit langer Laufzeit vor. Für die Bauherren würde das einen Zwangsanschluss bei der EWG bedeuten.

Donnerstag, 06.06.2019, 06:53 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 07:01 Uhr
Wie soll das Neubaugebiet Blotenberg energetisch versorgt werden? Hierzu gibt es neue Vorschläge. Foto: Margit Brand

Volker Nau, einer von zwei Geschäftsführern der Energie Versorgung Werther (EWG), stellte den Mitgliedern des Ausschusses für Planung, Bauen und Umwelt seine Überlegungen für eine energetische Erschließung am Blotenberg vor. »Klar, natürlich wollen wir dabei als EWG auch ein wenig Geld verdienen«, räumte Nau ein, zeigte aber zugleich die Schwierigkeiten und Voraussetzungen für ein stimmiges Konzept auf. So macht die Versorgung mit Erdwärme für die Bauherren von Einfamilienhäusern durchaus Sinn. Doch bei Mehrfamilienhäusern oder Studentenheimen, die ebenfalls am Blotenberg entstehen können oder sollen, sieht die Sache laut Nau schon anders aus. Das liege an den unterschiedlichen energetischen Nutzungsbedürfnissen und an Hygienevorgaben zum Beispiel für Studentenheime. Andererseits macht ein klassisches Nahwärmenetz laut Nau wenig Sinn, wenn ein Baugebiet mit vielen Einfamilienhäusern durchdrungen ist.

Nau, der hauptberuflich für die Stadtwerke Bielefeld tätig ist, stellte die Vorteile einer Quartierversorgung mit einem langfristigen Contracting-Modell heraus. Es komme dabei darauf an, welche Vorgaben die Stadt bei Baustandards mache, strenge oder weniger harte Bauregeln. Nau: »Unsere Berechnung steht und fällt mit dem, was sie für Baugebiet Blotenberg vorgeben«, sagte Nau, der die zügige Erarbeitung des zweiten Bauabschnittes begrüßt, weil man so Gesamtkosten seriöser rechnen könne.

In welche Richtung politische Mehrheiten später mal tendieren könnten, war aus der Debatte über den Vortrag von Nau nicht abzulesen. Die Bürgermeisterin kann einer verpflichtenden Energieregelung für alle durchaus etwas abgewinnen. Dafür gebe es auch Vorbilder in Werther, zum Beispiel die Reihenhaus-Siedlung Buchenweg oder Am Hang. »Aber unter welchen Voraussetzungen ist ein Contracting für Käufer und Mieter akzeptabel?«, sieht Weike viele offene Fragen. Während aus der FDP skeptische Töne zu vernehmen waren, zeigte sich Thorsten Schmolke (Grüne) durchaus davon angetan, dass die EWG zum Beispiel auch die Infrastruktur für die Aufladung von Elektroautos bereitstellen könnten. Wolfgang Böhm (Grüne) wies darauf hin, dass für einige besonders fortschrittliche Bauherren mit sogenannten Energie-Plus-Häusern ein Anschlusszwang zum Beispiel für Erdwärme-Versorgung ein schlechtes Geschäft wäre.

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