Pünktlich zum Stadtjubiläum: Am 15. Mai geht das neue Geschichts-Portal online
Werther auf Schatzsuche im Internet

Werther (WB). Zum 300-jährigen Stadtjubiläum macht sich Werther selbst das schönste Geschenk. Nächste Woche Mittwoch, am 15. Mai, kann das neue Geschichts-Portal erstmals auf den Computer-Bildschirm geholt werden. Als Einstieg in eine unendliche Geschichte kann schon auf 1500 Dateien zugegriffen werden.

Donnerstag, 09.05.2019, 07:25 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 07:30 Uhr

Seit vier Jahren läuft das Projekt »Geschichtsportal Werther«, angestoßen von Architekt und Heimatforscher Ulrich Maaß. Der hat sich damals gleich Georg Hartl, den kurze Zeit später verstorbenen Wilhelm Redecker, Ute und Ulrich Dausendschön-Gay ins Boot geholt. Bürgermeisterin Marion Weike und Stellvertreter Guido Neugebauer sicherten die Trägerschaft der Stadt zu. Inzwischen umfasst der Arbeitskreis elf Personen. Stadtarchivarin Eva Bloss-Vögler arbeitet mit, außerdem Ulrike Biermann, Uwe Gehring, Fabian Hartl, Ulrike Schilling, Angela Schwentker und Ulrich Wefing.

Komplettes Straßenverzeichnis mit Infos zu Häusern und Bewohnern

In zahllosen fast ausschließlich ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde vorhandenes Material gesammelt, gesichtet, digitalisiert und hochgeladen. Zusammengekommen sind dabei 342 Bilder, fünf Filme, 875 Zeitungsartikel, 300 Texte sowie Karten und Pläne. Die stammen nicht nur aus städtischen Quellen, sondern aus Büchern und Archiven vorheriger Sammler: aus dem Buch »1000 Jahre von ›wartera‹ bis Werther« von Erika Stieghorst, aus »Mühlen in Werther« von Erwin Menkhoff, aus Chroniken von Vereinen und der Feuerwehr, aus Quellen zum jüdischen Leben in Werther und aus der Familiengeschichte der Tubbesings beispielsweise. Herausgekommen ist dabei unter anderem ein komplettes Straßenverzeichnis mit – wenn vorhanden – Informationen zu einzelnen Häusern und Bewohnern.

Ulrich Maaß, Eva Bloss-Vögler und Guido Neugebauer (v. l.) stellen das Geschichts-Portal vor. Foto: Schillig

Ulrich Maaß, Eva Bloss-Vögler und Guido Neugebauer (v. l.) stellen das Geschichts-Portal vor. Foto: Schillig

Viel hat auch Initiator Ulrich Maaß aus seinen eigenen Sammlungen beigetragen. »Das Geschichtsportal ist damit aber noch längst nicht abgeschlossen, sondern wird ein Dauerprojekt«, blickt er aus der Geschichte in die Zukunft. Denn es gibt noch viel zu tun, wie Georg Hartl schildert: »Der ›Familienfreund‹ ist noch in Frakturschrift gedruckt. Das können Jüngere gar nicht mehr lesen. Das müssen wir vielleicht vertonen.« Hartl hofft aber auch, dass die Wertheraner sich angesprochen fühlen, selbst etwas beizutragen. »In vielen Privathaushalten gibt es noch Material, alte Fotos oder Super-8-Filme.«

Technik und Seitenaufbau als Spende erhalten

Der Einstieg in eine multimediale Internetseite jedenfalls ist geschafft. Der Arbeitskreis Spuren jüdischen Lebens in Werther hat schon vor Jahren Interviews mit dem inzwischen verstorbenen Kurt Weinberg oder der ältesten Wertheranerin Hanna Wibbing gefilmt. Kurze Ausschnitte stehen im Geschichtsportal, ergänzend dazu die ganzen Interviews als Skript.

Starthilfe haben die ehrenamtlichen Geschichtsforscher nicht nur von der Stadt erhalten. Durch eine Spende der Elektrizitätsversorgung Werther konnte technisches Material angeschafft werden und über Tobias Weinhorsts Firma HD-net ist die Internetseite aufgebaut und gestaltet worden – gesponsort als Ausbildungs-Projekt.

Weiteres Material ist herzlich willkommen

Wer mit dem Arbeitskreis in Kontakt treten, vielleicht mitarbeiten oder Material anbieten möchte, kann sich an zwei Ansprechpartner wenden: Ulrich Maaß ist erreichbar über Tel. 05203-296507 oder per E-Mail über info@geschichtsportal-werther.de. Außerdem ist Eva Bloss-Vögler dienstags von 9 bis 12 Uhr im Stadtarchiv zu erreichen unter 05203-296143 oder archiv@stadt-werther.de

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6597442?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516078%2F
Bielefeld steht vor kritischer Inzidenz-Marke
Corona-Reihentests als Folge einer Familienfeier: Die Ergebnisse von 800 Schülern und Lehrern, von denen im Drive-In-Testzentrum Anfang der Woche Abstriche genommen wurden, sollen Donnerstag vorliegen. Derweil weiten sich die Folgen der Feier aus: eine elfte Schule und eine Kita sind jetzt betroffen. Foto: Bernhard Pierel
Nachrichten-Ticker