2. Ausstellung des Namensgebers im Böckstiegelmuseum mit großem Andrang eröffnet – mit Video
Warum so viele PAB sehen wollen

Werther (WB). »Hier fühlt man sich zuhause und wohl«, sagt Museumsleiter David Riedel, und der zustimmende Beifall von mehr als 80 Besuchern zeigt, dass er damit nicht so falsch liegen kann.

Montag, 06.05.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 08:44 Uhr
Ulrike Wulfmeyer-Lücking (rechts) besucht die Ausstellung gemeinsam mit Klassenkameradinnen ihrer Tochter und einigen Austauschschülerinnen aus Mailand. Von links Gaia, Alexandra, Eleonora, Chiara, Serena und Friederike. Foto: Johannes Gerhards

Nach der Preview mit geladenen Gästen am Vorabend, als rund 150 Freunde und Förderer die langjährige Stiftungsvorsitzende Ursula Bolte mit großem Respekt und voller Dankbarkeit offiziell verabschiedeten, erklärt er die lang erwartete zweite große Ausstellung mit Werken von Peter August Böckstiegel für eröffnet.

Die meisten Besucher bewegen sich recht selbstverständlich in den »heiligen Hallen« und bringen so zum Ausdruck, dass sie das im August 2018 eröffnete Haus nicht zum ersten Mal betreten. So zählen sich Elisabeth Kansteiner und Adelheid Meyer-Hermann gerne zu den Stammgästen. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass letztere als Kunstlehrerin den heutigen Museumsleiter am Bielefelder Ratsgymnasium unterrichtet hat und Armin Kansteiner mit Böckstiegel und seinem Sohn Vincent persönlich bekannt war.

»Obwohl ich hier nicht geboren bin, sehe ich das Heimatgefühl in den Bildern.«

Zum ersten Mal nutzt eine Dame aus der Umgebung die Gelegenheit, das neue Museum von innen zu erleben. »Ich komme hier immer mit dem Fahrrad vorbei und wollte mal reinschauen«, sagt sie und wirkt ein wenig schüchtern, weil sie sich »mit Kunst nicht so auskenne«. »Obwohl ich hier nicht geboren bin, sehe ich das Heimatgefühl in den Bildern« und »Trotz der bunten Farben blickt man in viele ernste Gesichter« lauten ihre durchaus fachkundigen Kommentare. Mit Sicherheit werde sie wiederkommen und ihre Freundin mitbringen, kündigt sie noch an.

Immer schon kommen wollten auch Ulrike Wulfmeyer-Lücking mit Tochter Friederike. Heute haben sie die Gelegenheit genutzt und gleich eine Gruppe italienischer Austauschschülerinnen aus Mailand mitgebracht, die derzeit am Evangelischen Museum zu Gast ist. Das passt gut zum Titelthema »Jugend und Alter«, mit dem die aktuelle Ausstellung überschrieben ist.

Das Mit- und Nebeneinander der Generationen war Böckstiegel wichtig

Das Mit- und Nebeneinander der Generationen sei Böckstiegel immer besonders wichtig gewesen, erläutert David Riedel. Während sich die Künstlerkollegen der »Dresdener Sezession« als Speerspitze der deutschen Avantgarde mit

Geplante Ausstellungen

Der Sommer im Museum ist noch lang - die Vorplanung eindeutig noch länger. Schon jetzt steht fest, dass im Anschluss an die neue Böckstiegel-Ausstellung namhafte Expressionisten in Werther gezeigt werden. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster stellt aus seinem Depot die feinen Arbeiten auf Papier von Künstlern wie Macke, Kandinsky, Kirchner, Nolde oder Beckmann zur Verfügung. Im Februar 2020 folgt dann eine Ausstellung zu Käthe Kollwitz.

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kommunistischem Gedankengut auseinander setzten, lagen ihm Heimat und Familie deutlich näher. Anstatt das städtische Nachtleben zu erkunden, suchte Böckstiegel lieber die »Witwenversorgungsanstalt« Henrietten-stift auf und porträtierte die gut situierten alten Damen – im Gegenzug gab es reichhaltige und abwechslungsreiche Mahlzeiten für den »westfälischen Künstler-Exoten«.

»Wir präsentieren Ihnen Dinge, die sie erwarten, aber auch nie gesehene Werke und solche, die man nicht unbedingt mit Böckstiegel in Verbindung bringen würde«, sagt David Riedel zur aktuellen Ausstellung, die den ganzen Sommer über bis zum 15. September zu sehen sein wird. Da finden sich Klassiker wie sein berühmtes Selbstporträt oder das charakteristische Bild der einäugigen Tante König ebenso wie relativ unbekannte Darstellungen von Nachbarskindern oder ungewöhnliche Aquarelle aus den damals üblichen Völkerschauen. Ganz private Einblicke ermöglicht eine Vitrine mit alten Fotos, Dokumenten und den Trauringen von Peter August und seiner Frau Hanna, die man unlängst im Wohnhaus gefunden habe, wie David Riedel berichtet.

Fast schon in Richtung Karikatur geht das »Porträt einer alten Frau« aus dem Jahre 1948, finden einige Besucher. Die 72 Gemälde, Grafiken und Skulpturen laden ein ins Böckstiegel-Museum, das seit seiner Eröffnung sehr zur Freude des ganzen Museumsteams bereits mehr als 22.200 Besucher gezählt hat. Es ist von Mittwoch bis Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet, die neuen Eintrittspreise liegen bei 7 Euro / 4 Euro ermäßigt. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist der Eintritt frei.

 

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