Projekttage an der Gesamtschule in Werther gibt auch ernsten Themen Raum
Stundenplan außer Kraft

Werther (WB). Wenn sich die Wertheraner Gesamtschule kurz vor Ostern vier Tage lang vom regulären Unterricht verabschiedet, dann sind wieder Projekttage.

Samstag, 06.04.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 08:50 Uhr
Alkohol, Zigaretten, Smartphone: Die Siebtklässler beschäftigen sich im Rahmen der Projekttage mit dem vielfältigen Thema »Sucht« und schärften den Blick auf die damit verbundenen Gefahren. Jeder Jahrgang hatte ein eigenes Thema. Foto: Malte Krammenschneider

Getrennt nach Jahrgängen haben die Schüler in dieser Zeit die Möglichkeit, sich mit vielfältigen Themen zu beschäftigen, Ausflüge zu unternehmen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Auch zu ernsten Themen, wie die Zehntklässler, die am vergangenen Wochenende das Konzentrationslager Auschwitz in der Nähe von Krakau besuchten und die Projekttage nun dafür nutzten, ihre Erlebnisse künstlerisch zu verarbeiten. Darunter Julian Schneider und Leon Matußek, die in einem Schuhkarton eine Erschießungs-Szene an der berüchtigten Todeswand dargestellt haben. Das Opfer ist dabei von den Schülern bewusst größer als seine Mörder dargestellt worden. »Der Glaube des Häftlings gibt ihm die Kraft, sich an etwas festzuhalten. Ein Heiligenschein soll für Erlösung stehen«, erklärte Julian Schneider.

Gefühle künstlerisch verarbeiten

Einen Raum weiter arbeiteten Kyra, Till, Lilli und Marek indes an einer großen Schau-Wand, die den leidvollen Weg der jüdischen Familien Sachs aus Werther inklusive ihrer Deportationen veranschaulicht. Unterstützt wurden sie dabei von Ute Dausendschön-Gay vom Arbeitskreis »Spuren jüdischen Lebens in Werther«, die mit ihrem Fachwissen den Schülern beratend zu Seite stand. Die Öffentlichkeit kann die künstlerischen Ergebnisse übrigens schon bald in Augenschein nehmen. Sie werden vom 6. Mai an im Rathaus ausgestellt.

Bei den Jüngsten im Jahrgang fünf war »Ernährung« das Leitthema der Projekttage. Sie statteten dem Wertheraner Bio-Bauernhof Maaß einen Besuch ab, um mehr darüber zu erfahren, wo Lebensmittel herkommen. Die Sechstklässler lernten unterdessen unter anderem mit dem Bielefelder Theaterpädagogen Marco Knille mehr über Geschlechterrollen, während die Siebtklässler wurden umfassend über Sucht-Gefahren verschiedener Art aufgeklärt wurden. Sie unternahmen dafür einen Ausflug in die Gütersloher Salzmann-Klinik, um mit Reha-Patienten über die verheerenden Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum und sonstigen Drogen zu sprechen.

»Die Schüler freuen sich immer darauf«

Mehr über die Berufswelt und ihre unterschiedlichen Facetten lernten währenddessen Schüler der achten Stufe. Die Neuntklässler befanden sich zu dieser Zeit im Praktikum, und die Oberstufenschüler unternahmen Ausflüge zur Universität Bielefeld oder nutzten die Zeit, um sich auf ihr Abitur vorzubereiten. »Die Projekttage führen wir nun schon seit dem Jahr 2002 durch. Die Schüler freuen sich jedes Mal darauf«, sagte der stellvertretende Schulleiter Michael Strangmann, der vom Konzept, welches vorsieht, dass jeder Schüler im Laufe seiner Schullaufbahn möglichst viele Themen behandelt, überzeugt ist.

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