Medien und mehr: Wie die Stadtbibliothek Werther der Zukunft begegnet – mit Video
Treffpunkt Bücherei

Werther (WB). Längst ist die Bibliothek mehr als ein Tor in die Welt der Bücher. Und selbst wenn die Freude am Lesen hier wohl immer ihren Platz haben wird: Ihr Gesicht wird sich wandeln – räumlich wie inhaltlich.

Samstag, 09.03.2019, 03:00 Uhr
Unter dem Namen »Bücherschubsen« sind sie auf Facebook unterwegs. Was zeigt: Bibliotheksleiterin Susanne Damisch (links) und ihre Stellvertreterin Eva Bloss-Vögler haben es mit Medien auf allen Kanälen zu tun. Das Spektrum wird noch breiter werden. Foto: Margit Brand

Vor 25 Jahren ist die Stadtbücherei Werther ins damals frisch sanierte Haus Werther gezogen. Und wie das an besonderen Jahrestagen so ist: Man hält Rückschau, blickt nach vorn. Was dabei heraus gekommen ist, lässt sich in einem Konzept nachlesen, das Susanne Damisch und Eva Bloss-Vögler als roten Faden für die Zukunft verfasst haben.

Über allem steht die Vision, dass die Bücherei ein offener und lebendiger Ort bleibt, an dem Kommunikation und Kultur stattfinden. Hier sollen Dinge ausprobiert und neu entdeckt werden können – insbesondere, aber nicht nur von Kindern. Die Ü50-Generation soll verstärkt in den Blick genommen werden. Dem eigenen Gestalten von Medien – sei es als Film oder in Form eines Mini-Roboters – räumt Susanne Damisch gerade in der Jugendarbeit große Bedeutung ein.

Die Bücherei der Zukunft ist auch als Rückzugsort oder Treffpunkt gedacht. Schon heute zeichne sich ein Bedarf ab, der über die klassische Entleihe hinaus geht. Susanne Damisch denkt an die zwei Jungs, die gerne mit einem Stapel Bücher in einer Ecke abtauchen. Oder den Mann, dem man zwar einen Internet-Arbeitsplatz anbieten kann, bei dem ihm allerdings zurzeit jeder über die Schulter sehen kann. Und natürlich wird in der Bücherei auch geplauscht. Nur ist der enge Raum vor der Ausleihtheke nicht ganz der ideale Ort dafür.

Also soll Veränderung auch räumlich sichtbar werden. Mit Computerarbeitsplätzen in ruhiger Ecke, an denen sich vielleicht auch einmal eine Schülergruppe auf ein Referat vorbereiten kann. Mit einer Trennung von Treffpunkt und Tresen. Und mit neuem Mobiliar.

Denn die Regale sind in 25 Jahren so gewachsen, wie der Wandel es brauchte. »CD-Tröge« mit den aktuellen Chartbreakern waren früher dicht umlagert und damit selbst ein Hit. Heute enthalten die meisten CDs Geschichten und man würde die Krimi-Hörbücher gern direkt neben die Schmöker aus diesem Genre packen. Bis Herbst sollen konkrete Vorschläge für den Umbau erarbeitet sein.

In manchen Bereichen verordnet sich die Bücherei eine Schrumpfkur – der Bestand an Sachbüchern soll um ein Drittel auf 2000 Medien sinken. Das schafft Platz für Neues: Hörbücher zum Beispiel, aber vielleicht auch Dinge, die nicht originär etwas mit Büchern zu tun haben.

Ideen, die Bibliothek noch bunter und vielseitiger zu machen, gibt es zuhauf. Umgesetzt werden sie ganz so, wie Zeit, Budget und Personalressourcen es zulassen.

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Werther kann sich glücklich schätzen, dass sie nicht nur eine etablierte, gut sortierte Stadtbücherei hat, sondern dass dort auch ein Team arbeitet, das große Lust hat, die Bücherei auch in die (digitale) Zukunft zu führen. Es lässt sich wohl nur erahnen, wieviel Zeit und Engagement Susanne Damisch und ihre Mitstreiterinnen in das Konzept gesteckt haben, das passend zum 25-jährigen Bestehen im Haus Werther fertig gestellt ist. Vieles hat sich im Laufe der Jahre längst verändert. Und der Wandel wird weiter fortschreiten. Gut, wenn es viele und vor allem kluge Ideen gibt, dem zu begegnen. Bislang hat die Bibliothek stets politischen Rückenwind verspürt. Den wird sie weiter brauchen. Denn es muss einiges an Geld in die Hand genommen werden.                                Margit Brand

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