Feuerwehr Werther blickt zurück auf Einsätze 2018 und ehrt verdiente Mitglieder
Alarm mitten in der Festrede

Werther (WB). Was sich zunächst anhörte wie ein ungewöhnlicher Handyklingelton, der sich in Sekundenschnelle im gesamten Saal verbreitete, war ein tatsächlicher Feueralarm während der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Bergfrieden. »So etwas haben wir in den letzten 19 Jahren noch nie erlebt« lautete der Kommentar von Bürgermeisterin Marion Weike.

Montag, 04.02.2019, 03:30 Uhr
Ehrenzeichen erhielten Christian Hirth (Gold für 35 Jahre, Mitte) und Alexandra Hollmann (Silber für 25, 2. von rechts). Es gratulierten Dr. Dirk Hollmann, Udo Huchtmann und Marion Weike. Foto: Johannes Gerhards

Mitten im Redebeitrag des stellvertretenden Kreisbrandmeisters Udo Huchtmann bewiesen etwa ein Drittel der anwesenden Feuerwehrkameraden ihre rund um die Uhr vorhandene Einsatzbereitschaft und rückten mit Blaulicht und Sirenen aus. Wie sich später herausstellte, wurde ein Kaminbrand zwischen Theenhausen und Langenheide gemeldet. Nach Angaben von Brandoberinspektor Frank Peperkorn war die Situation relativ undramatisch, dennoch kam sicherheitshalber eine Wärmebildkamera zum Einsatz, um letzte Zweifel auszuschließen.

Zeremonie erst nach der Rückkehr vom Brand

Frank Peperkorn gehört mit Karsten Schwentker, Dirk Speckmann und Michael Groß zu den vier Jubilaren des Abends, die für ihre vierzigjährige Zugehörigkeit zur freiwilligen Feuerwehr geehrt werden sollten. Diese Zeremonie musste im Anschluss an den Einsatz nachgeholt werden. Ein weiteres Kuriosum brachte Marion Weike bei der Urkundenverleihung für 25-jährige Mitgliedschaft ins Stocken. »Hier steht doch tatsächlich ›Herr Oberbrandmeisterin Alexandra Hollmann‹, das ist in Herbert Reuls Innenministerium offenbar niemand aufgefallen« wunderte sich die Bürgermeisterin. Sie gab aber gleichzeitig zu bedenken, selbst schon mit vergleichbaren Floskeln in offiziellen Schriftstücken tituliert worden zu sein.

Unter dem Motto »Freiwillige für mich – Feuerwehr für alle« hatte Dirk Hollmann zu Beginn des »etwas turbulenten« Abends seinen umfangreichen Jahresbericht vorgestellt. Seit dem 9. Mai ist er kommissarischer Leiter der Feuerwehr in Werther als Nachfolger von Jochen Heidemann. Im März wird er den Verbandsführerlehrgang absolvieren, um neben seiner ohne Zweifel vorhandenen technischen Befähigung auch die formale Qualifikation für sein Amt zu erlangen.

Gesamtzahl der Aktiven ist auf 101 gestiegen

Zur Feuerwehr gehören die drei Löschzüge Werther, Langenheide, Häger und eine Jugendabteilung. Während sich die Gesamtzahl der Aktiven von 97 auf 101 erhöht hat und die Mitgliederzahl bei der Jugendfeuerwehr konstant bei 21 geblieben ist, sind in der Ehrenabteilung noch 46 (gegenüber 49 im Vorjahr) Feuerwehrkameraden verzeichnet. 2018 wurden 131 Einsätze absolviert – 47 Brandeinsätze und 84 Hilfeleistungen. Auch wenn die 26 mit dem Sturmtief Friederike zusammen hängenden Einsätze abgezogen werden, bleibt immer noch eine deutliche Zunahme um fast zehn Prozent gegenüber 2017 und 2016.

Durch »Friederike« haben sich auch die Arbeitsstunden pro Person um 38 Prozent von 1760 auf 2430 gesteigert, immerhin 20 Prozent der Einsätze sind auf Fehlalarme zurück zu führen. Neben Übungen, Lehrgängen und Brandschutzerziehung gehört auch gesellschaftliches Engagement bei Veranstaltungen zu den geschätzten Aktivitäten der Feuerwehr. Dirk Hollmann bedankte sich bei Stadt und Kreis für finanzielle und unbürokratische Unterstützung.

Auf lange Sicht ist auch neues Gerätehaus nötig

Bürgermeisterin Marion Weike lobte die Feuerwehr ihrerseits als »wichtigen Bestandteil des Lebens in Werther«. Hier gebe es »gute Nachwuchsarbeit und ein gutes Team mit gutem Zusammenhalt«, um die vielfältigen Aufgaben dank hervorragender Ausbildung zu bewältigen. Auf längere Sicht werde man sich auch mit einem zeitgemäßen Gerätehaus befassen, denn »die Feuerwehr benötigt nicht nur gute Kameradschaft, sondern auch gute Gebäude«.

Udo Huchtmann wertete die gemeinsame DKMS-Aktion in allen 42 Gerätehäusern des Kreises als positives Zeichen gesellschaftlichen Engagements. Neben 1182 neuen Typisierungen seien auch 9.385 Euro an Spendengeldern zusammen gekommen. Kurz vor dem Einsatzalarm wies er noch auf das spannende Experiment einer Kinderfeuerwehr in Steinhagen hin.

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