Enthärtungsanlage an der Kök ist seit Montag in Werther wieder in Betrieb
Wasser wird wieder weicher

Werther (WB). Die Wer­theraner sehen dem Ende eines Kalk-Martyriums entgegen. Die Enthärtungsanlage im Wasserwerk Kök ist seit Wochenanfang wieder in Betrieb. Etwa zwei Wochen aber wird es wohl noch dauern, bis das weichere Wasser in jedem Haushalt ankommt.

Samstag, 02.02.2019, 08:45 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 08:50 Uhr
Spätestens in zwei Wochen soll aus den Wasserhähnen in Werther wieder Wasser laufren, wie man es aus der Zeit vor dem Schaden an der Enthärtungsanlage kannte. Härtegrade zwischen 19 und 20 hofft Volkar Kahmann wieder erreichen. Foto: Besim Mazhiqi

Volker Kahmann hat Donnerstag Abend im Betriebsausschuss über das Ende der langwierigen Reparatur- und Sanierungsarbeiten berichtet. Seit Montag liegt demnach die Genehmigung des Gesundheitsamtes vor, die Anlage wieder ans öffentliche Netz anzuschließen. Die hatte sich auch noch verzögert, weil man vorher mit den bakteriologischen Untersuchungen nicht fertig geworden war und deshalb nach Weihnachten noch einmal von vorne beginnen musste.

Seit 18. Dezember sind die Arbeiten beendet

Werthers kalkhaltiges Wasser hatte seit Monaten nicht nur die Wasserkocher, Waschmaschinen und Kaffeemaschinen in den Haushalten mit weißen Kristallen überzogen, sondern jahrelang auch die städtische Entkalkungsanlage völlig zugesetzt. Das Ausmaß der Sanierung war wegen der teilweise unzugänglichen Stellen zunächst gar nicht recht überblickt worden, dann fand sich zunächst keine Fachfirma mit entsprechenden zeitlichen Kapazitäten. »Seit 18. Dezember sind die Arbeiten aber beendet, es folgte eine kurze interne Erprobungsphase«, schilderte Wasserwerksleiter Volker Kahmann im Ausschuss.

Vergangenen Montag ist demnach der reguläre Betrieb wieder aufgenommen worden, die Enthärtung laufe wieder sehr gut. Im Zuge der Erprobung, schilderte Kahmann, habe man das Wasser der drei Brunnen auch mal getrennt durch die Enthärtungsanlage geschickt. Aus dem Brunnen Temming in Theenhausen komme das Wasser mit 34 bis 36 deutschem Härtegrad an und könne runtergefiltert werden auf einen Härtegrad von 19. Beim noch kalkhalterigen Brunnen Kök würden 20 Grad erreicht. »Wir sind somit guter Dinge, nach der Verschneidung dieser mit dem Brunnen Schanze wieder frühere Werte zu erreichen«, versicherte Kahmann den Politikern.

Ein Härtegrad 17 bis 19 soll wieder erreicht werden

Am Hochbehälter an der Schanze, aus dem das gemischte Wasser gepumpt wird, um dann mit Druck in die Leitungen zu fließen, habe man bei einer ersten Beprobung einen Härtegrad von 23 festgestellt, bei einer alternativen Netzprobe in der Stadt noch 27,5. Wenn das noch kalkhaltigere Wasser aus dem ganzen Netz herausgespült und verwertet sei, werde sich das enthärtete Wasser immer mehr ausbreiten und auch den letzten Haushalt erreichen. Vor der Inbetriebnahme der Anlage vergangene Woche mussten die Wertheraner noch mit Härtegraden zwischen 28 und 31 leben, 17 bis 19 sollen wieder erreicht werden.

Ausschuss-Vorsitzender Hanns Lindemann (SPD), naturgemäß selbst betroffen, bedankte sich ausdrücklich bei Volker Kahmann und seinen Mitarbeitern, wie sie die schwierige Situation gemeistert hätten, aber auch bei den Bürgern für die Geduld und den Langmut mit der misslichen Situation.

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