Dresdner Impressionist Robert Sterl von diesem Sonntag an im Böckstiegel-Museum in Werther
Der Maler aus dem Schulbuch

Werther (WB). Im Westen Deutschlands ist der Dresdner Impressionist Robert Sterl (1867-1932) nie recht auffällig geworden. Außer im Raum Bielefeld. In der früheren DDR kannte ihn dagegen fast jedes Kind. Das Böckstiegel-Museum in Werther hat sich des Malers in seiner neuen Ausstellung angenommen, die diesen Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird.

Samstag, 02.02.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 11:52 Uhr
Nicht im sozialistischen Gleichschritt, aber mit gemeinsamer Kraftanstrengung: Das Bild »Die Steinbrecher«, das Museumsdirektor David Riedel hier präsentiert, gehört zu den ausdrucksstarken Werken Robert Sterls aus der Arbeitswelt. Foto: Klaus-Peter Schillig

Sterls großformatiges Werk »Die Steinbrecher«, eine Momentaufnahme aus einem Steinbruch, hat wegen seiner Darstellung kollektiver Arbeitsleistung auch den Gefallen sozialistischer Bildungspolitiker gefunden und wurde deshalb der DDR-Jugend als Beispiel ans Herz gelegt. Natürlich gänzlich ohne politische Absicht des Künstlers, der die Teilung Deutschlands zu seinen Lebzeiten nicht erahnen konnte. Er war eher Individualist, löste sich schon früh aus den Vorgaben der Dresdner Akademie, entwickelte seinen eigenen impressionistischen Stil.

Viele Auszeichnungen

Mit Erfolg, nicht nur in Sachsen. Sterl hat für seine Arbeiten viele Auszeichnungen bekommen, hatte Bewunderer auch bei berühmten Kollegen, wie Max Liebermann beispielsweise. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg aber ließ sein Werk im Westen in Vergessenheit geraten.

Nur in und um Bielefeld, natürlich auch in Werther, war und ist Robert Sterl ein hochgeschätzter Maler und Zeichner. Genau das ist das Werk von Peter August Böckstiegel. Der hat seinen älteren Kollegen 1913 in Dresden kennengelernt. Man schätzte sich, ohne befreundet zu sein, Sterl förderte den jungen Maler aus Arrode, ohne ihn zu beeinflussen. Und andersherum entdeckte Böckstiegel im etwa 1000 Gemälde umfassenden Werk des Dresdners Motive, die den eigenen ähnelten: Menschen bei der harten Arbeit oder von ihr gezeichnet, Menschen mit Ausdruck, wie den »alten Neumann« oder den – heute würde man sagen »cool« – in die Landschaft schauenden Bauernjungen.

Böckstiegel kaufte Witwe Werke ab

Nach dem Tod Sterls, der zehn Jahre gegen eine Krebserkrankung gekämpft hatte, kaufte Böckstiegel der Witwe immer wieder Werke aus dem Nachlass ab, fügte sie seiner eigenen Sammlung hinzu, vermittelte aber auch 120 Gemälde und 1000 Zeichnungen an Sammler vor allem in Ostwestfalen. Böckstiegel selbst besaß 80 Sterls, darunter 17 Gemälde.

Aus diesem Fundus stammt auch ein Teil der 72 Ausstellungsstücke, viele sind aus dem Sterl-Künstlerhaus bei Dresden, aus Museen in Dresden und Leipzig, aber auch aus privaten Sammlungen aus Bielefeld, Bayern und Österreich nach Werther gekommen. Und das Museum hat im renommierten Hirmer-Verlag einen aufwendigen Katalog erstellen lassen – auch Dank der Förderung des NRW-Kulturministeriums.

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