Anlieger in der Innenstadt von Werther fordern mehr Initiative von der Stadt Sauer über lärmende Jugendliche

Werther (WB). Wenn die Nächte lauer werden, halten viele Bewohner der Wertheraner Innenstadt ihre Fenster lieber geschlossen. Denn bis tief in die Nacht hält sie sonst der Lärm von spontanen Open-Air-Feiern wach. Anlieger der Grünzüge Stadtpark und Mühlenwiese drücken es drastischer aus: Sie sprechen von randalierenden Jugendlichen.

Von Klaus-Peter Schillig

Ein Ärgernis schon seit Jahren, wie einer der Anlieger schildert. Laute Musik, Gelächter, Gejohle, Rufen, Schreien – von Außenstehenden wird das ganz einfach als störender und nervender Krach empfunden. Vor gut einer Woche hat der Dauerstreit eine neue Eskalationsstufe erreicht: Einer der Anlieger des Stadtparkes wollte selbst aktiv werden und stellte die Jugendlichen zur Rede.

Am Ende flogen die Fäuste und der Wertheraner wurde nach Angaben der Polizei dabei leicht aber doch schmerzhaft im Gesicht verletzt. Die Ermittlungen führten zu zwei Verdächtigen, von denen einer aus Werther kommt, der andere aus einem Nachbarort, wie Bürgermeisterin Marion Weike mitteilte.

»Zuschlagen ist etwas anderes«

»So krass wie in diesem Jahr war es noch nie«, sagt ein anderer Anlieger, der ebenfalls seit Jahren unter den nächtlichen Ruhestörungen leidet – und das fast täglich. Er hat drei verschiedene Gruppen ausgemacht, deren Mitglieder sich teilweise mischen sollen und die im Innenstadtbereich unterwegs seien.

Im Bereich Mühlenwiese, so wurde beobachtet, werde schon morgens mit Drogen gehandelt, auch nach den Abenden blieben neben leeren Flaschen und anderem Müll regelmäßig auch die Tütchen zurück, aus denen irgendein Rauschmittel konsumiert worden sei.

»Krach machen und Müll zurücklassen ist etwas anderes als Zuschlagen«, sieht auch die Bürgermeisterin die Entwicklung mit Sorge. Sie sieht sich aber auch Kritik der Anlieger ausgesetzt, weil schon seit Jahren die Verantwortung zwischen Ordnungsamt und Polizei hin- und hergeschoben werde.

Steine und Flaschen fliegen gegen Häuser

Ohnehin sollen die Einsätze der Polizei, die regelmäßig von Betroffenen angerufen wird, recht frustierend verlaufen. Mitunter zeigten die Beamten nur aus der Distanz Präsenz, manchmal sprächen sie die Jugendlichen an. »Hauptproblem ist aber, dass die Stadt zu wenig macht«, schimpft einer der genervten Anlieger. Alle Betroffenen beklagen zudem, dass die Sitten zunehmend rauer würden. Wer selbst lautstark nach Ruhe ruft, bekomme schon mal Steine oder Flaschen ans Haus geworfen. Oder ein entblößtes Hinterteil gezeigt.

Die Stadt ist selbst auch schon Opfer jugendlicher Randale geworden. Im Februar wurde die Tischtennisplatte an der Grundschule zerstört, wurden Mülleimer abgetreten oder angezündet, Wände beschmiert. »Die Täter werden immer noch gesucht«, klagt Marion Weike. In einem anderen Fall ist die Polizei dagegen den Tätern auf der Spur. Einer der Randalierer vom Regenrückhaltebecken am Teutoburger-Wald-Weg (wir berichteten) hat nämlich sein Handy am Tatort verloren.

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