Neue Tagespflege von »Daheim« in Werther erwartet die ersten Gäste Männer haben ihre eigenen Wünsche

Werther (WB). Es wird noch ein paar Tage dauern, bis die letzten Spuren der Baustelle verschwunden sind. Der Neubau an der Engerstraße aber füllt sich mit Leben. Wo früher der Güterschuppen der Kleinbahn stand, ist jetzt der Verein Daheim zu Hause – seit 1. Februar mit einer Hausgemeinschaft und seit dieser Woche mit der Tagespflege.

Von Klaus-Peter Schillig
Kim Marleen Kronsbein (links) und Janine Knauf erwarten in dieser Woche die ersten Gäste in der neuen Tagespflege in Werther. Sie freuen sich schon, die neue große Küche in Betrieb zu nehmen, in der auch gemeinsam gekocht werden soll.
Kim Marleen Kronsbein (links) und Janine Knauf erwarten in dieser Woche die ersten Gäste in der neuen Tagespflege in Werther. Sie freuen sich schon, die neue große Küche in Betrieb zu nehmen, in der auch gemeinsam gekocht werden soll. Foto: Klaus-Peter Schillig

Während von den 16 Plätzen der Hausgemeinschaft nur noch zwei zu vergeben sind, läuft die Tagespflege gerade erst an. »Mit etwas Verspätung«, wie Pflegedienstleiterin Sonja Buschmann und Regionalleiterin Anke Schütze bedauern. Dafür aber hat der Verein mit dem Kreis Gütersloh ein Konzept ausgehandelt, wie es in der Region noch nicht existiert: Die Öffnungszeiten sind nämlich deutlich ausgeweitet worden, was natürlich auch auf die Finanzierung durch den Kreis und die Krankenkassen Auswirkungen hat. Von 7 bis 19 Uhr können die Gäste kommen. »Damit sind wir wesentlich besser angepasst an die familiären Bedingungen«, sagt Sonja Buschmann und vergleicht die Situationen von pflegenden Angehörigen mit denen junger Mütter und den Kita-Öffnungszeiten.

Pflegegrad ist nicht Voraussetzung

Die Tagespflege ist grundsätzlich erst einmal offen für alle Menschen, die nicht unbedingt Pflege benötigen, dafür aber Betreuung und Versorgung. »Ein Pflegegrad ist nicht Voraussetzung. Die Gäste sollten aber so mobil sein, dass sie in ein Fahrzeug steigen können«, erläutert Anke Schütze, die Interessenten auch gern über die finanziellen Bedingungen berät. Denn auch wer schon einen Betrag für eine ambulante Pflege bekommt, kann auch noch Geld für eine teilstationäre Pflege beanspruchen. Selbst getragen werden müssen im Prinzip nur Kost und Logis.

Dafür haben die sieben Pflegefachkräfte, die Pflegeassistentinnen und Betreuungskräfte, die in dem Wertheraner Neubau beschäftigt sind, für ihre Tagesgäste immer auch Programm vorbereitet. Vorrang hat aber das, was die Kunden möchten. »Wir machen mit ihnen Dinge, die sie auch zu Hause erledigen müssen und möchten«, sagt Anke Schütze. Dazu gehören Einkäufe ebenso wie Ausflüge oder Spaziergänge. Externe Therapeuten können ebenfalls ins Haus kommen. »Wir haben auch ein extra Männerprogramm vorbereitet«, schmunzelt Sonja Buschmann. Denn Aktivitäten wie Singen und Lesen zieht eher bei den Damen, Männer besichtigen gerne Baustellen und Betriebe, bummeln durch einen Baumarkt oder probieren die vorhandene Werkzeugkiste aus.

Auch Platz für ein Mittagsschläfchen

Räumlichkeiten gibt es genug: Im Obergeschoss den großen Panorama-Raum mit Außen-Terrasse, unten die offene Küche mit angrenzendem Essbereich und großer Fernsehecke, daneben ein weiteres Gemeinschaftszimmer sowie ein Ruheraum für Liebhaber des Mittagsschläfchens.

Für die geselligen Aktivitäten sucht die Regionalleiterin noch einen Musiker, der ehrenamtlich mit den Gästen der Tagespflege Lieder anstimmt. Andere Freiwillige haben sich schon gemeldet: Eine Dame hat sich als Vorleserin angeboten, ein anderer Wertheraner als Filmvorführer. Weitere Ehrenamtliche sind willkommen.

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