Landgericht: Täter aus Werther muss für drei Jahre und zehn Monate in Haft 17 Einbrüche in zwei Monaten

Werther/Bielefeld (WB/swa). Nach einmonatiger Verhandlung vor dem Bielefelder Landgericht wurde ein 28-jähriger Roma, der bisher in Werther lebte, zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Das Gericht gelangte zu der Überzeugung, dass der Roma an 17 Wohnungseinbrüchen in der Region beteiligt war.

Vor dem Landgericht Bielefeld wurde der in Werther lebende Serbe zu drei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
Vor dem Landgericht Bielefeld wurde der in Werther lebende Serbe zu drei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Foto: dpa

In nur zwei Monaten soll der gebürtige Serbe mit zwei Komplizen 17 Wohnungseinbrüche in Bielefeld, Enger, Gütersloh, Halle, Spenge-Lenzinghausen und Steinhagen begangen und dabei über 66.000 Euro Beute erlangt haben. Auftakt der Diebestour soll am 2. November 2013 gewesen sein. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sollen die Täter stets nach auf Kipp stehenden Fenstern oder leicht aufzuhebenden Terrassentüren Ausschau gehalten haben, um durch diese in Wohnungen einsteigen zu können.

Gezielt nach Bargeld und technischem Gerät gesucht

Bei der ersten Tat in Borgholzhausen soll das Trio ein Küchenfenster geöffnet haben und mit 1.500 Euro geflohen sein. Gezielt wurde Jagd auf Bargeld, Schmuck und technisches Gerät wie Kameras, Laptops und Tabletts gemacht. Gleich an vier Tagen sollen die potenziellen Täter mehrfach zugeschlagen haben. Den größten Coup landeten die Männer in Gütersloh mit einer erbeuteten Münzsammlung im Wert von 20.000. Bei zwei Versuchen wurde die Bande gestört, so dass sie den weiteren Einbruch abbrachen.

Die 20. Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster kam nach dem mehrtägigen Prozess zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte, der seit 2013 mit seiner Frau in Werther lebt, Teil der Diebesbande gewesen war. Er habe das Fluchtauto, einen Opel Omega, besorgt und jeweils gefahren. DNA-Spuren, die das Landeskriminalamt auswertete, unterstrichen die Vermutungen der Staatsanwaltschaft.

Schuld auf die große Verwandtschaft geschoben

Teile der Beute aus neun Fällen konnten die Ermittler im Auto beziehungsweise in der Wohnung des in Italien geborenen Serben auffinden. Ein Navigationsgerät im Opel zeichnete auf, dass der Wagen an den betreffenden Tagen jeweils in Tatortnähe war.

Noch zu Beginn des Prozesses bestritt der 28-Jährige eine Tatbeteiligung. Zwar habe er das Auto angeschafft, jedoch hätte der große Familienkreis stets Zugriff auf den Wagen gehabt. Üblich für den Kulturkreis der Roma sei auch, dass ständig Verwandte bei dem Wertheraner gewohnt hätten. So könne er nicht sagen, wie das Diebesgut in seine Wohnung gekommen sei. Manches habe er aber auch von Verwandten geschenkt erhalten.

Das Gericht hielt die Beweislage jedoch für erdrückend. Da der einschlägig vorbestrafte Angeklagte als Bewährungsversager gilt, verurteilte ihn die Strafkammer wegen Wohnungseinbruchdiebstahl in 17 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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