Gerätewarte der Feuerwehr Werther garantieren für die Sicherheit im Einsatz Diese Leute sind ihr Geld wert

Werther (WB). Erst den Brand löschen, dann den Durst? Ein weit verbreitetes Vorurteil, mit sich ehrenamtliche Feuerwehrleuten oft genug herumschlagen müssen. Da kommt die Wertschätzung der Stadt Werther für ihre freiwilligen Helfer gerade recht. Die hat jetzt nicht nur die Einsatzpauschale erhöht, sondern auch die Aufwandsentschädigungen für die Funktionsträger zum Teil deutlich angehoben.

Von Klaus-Peter Schillig
Maximilian Wurm (mit Brille) und Andreas Peperkorn mit dem hydraulischen Spreizer, der ganz besonderer Pflege bedarf.
Maximilian Wurm (mit Brille) und Andreas Peperkorn mit dem hydraulischen Spreizer, der ganz besonderer Pflege bedarf. Foto: Klaus-Peter Schillig

Über Stundenlohn für seine Feuerwehrtätigkeit muss Olaf Peperkorn gar nicht erst nachdenken. 840 Euro bekommt er pro Jahr dafür, dass er nach jedem Einsatz oft stundenlang in der Atemschutzwerkstatt zubringt. Er steht als Atemschutz-Gerätewart dafür gerade, dass im Einsatz alles funktioniert. Die Pressluftflaschen müssen nachgefüllt sein, die Masken ebenso wie die Kopfschutzhauben hygienisch sauber sein, der Lungenautomat funktionstüchtig. In dunkeln, verrauchten Gebäuden, mit den schweren Pressluftflaschen auf dem Rücken und Ausrüstung in den Händen und am Gürtel, unter enormem Stress, müssen sich die Kameraden darauf verlassen können, dass alles funktioniert.

Der Computer erkennt jedes Gerät

»Wenn etwas passiert und jemand zu Schaden kommt, steht die Staatsanwaltschaft hier«, macht Olaf Peperkorn seine Verantwortung deutlich. Er muss daher nicht nur präzise arbeiten, sondern alles auch dokumentieren. Dabei hilft zum Glück inzwischen ein digitaler »Kollege«, der jedes bei der Feuerwehr eingesetzte Gerät kennt und die Daten bei der Überprüfung automatisch im PC speichert.

Dennoch bleibt viel Handarbeit. Nach jedem Brand und sogar nach einem Fehlalarm, wenn die Masken schon unterwegs angelegt wurden, ist Grundreinigung angesagt. Teilweise werden die Instrumente dafür in die Feuerwehrschule nach St. Vit gebracht, viel erledigen die insgesamt fünf Atemschutzgerätewarte der drei Löschzüge aber auch in der zentralen Werkstatt im Gerätehaus an der Blumenstraße – die gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen und den Austausch von Verschleißteilen inklusive. »Die Reinigung der Geräte dauert meist Tage. Deshalb haben wir hier einen Pool für alle Löschzüge«, erzählt Peperkorn. Denn schließlich könnte ja nach einem Einsatz gleich der nächste Alarm kommen.

Reinigen, prüfen, dokumentieren: Atemschutzgerätewart Olaf Peperkorn in »seiner« Werkstatt im Gerätehaus. Foto: Schillig

Auch der TÜV prüft regelmäßig

Damit müssen auch Maximilian Wurm und Andreas Peperkorn rechnen. Die beiden sind die Gerätewarte des Löschzuges Werther und dafür zuständig, dass alles funktionsfähig ist, was die Einsatzfahrzeuge mit sich führen. Ob Motorsäge, Pumpen, Hebekissen, hydraulische Scheren oder Spreizer, Leitern oder Lüfter – alles muss tiptop in Ordnung sein, nach den gesetzlichen Vorschriften regelmäßig selbst oder vom TÜV überprüft werden.

Die Gerätewarte sind zudem Logistiker. Sie verwalten und bestellen Kraftstoffe, Bindemittel oder Schaummittel etwa, die immer sofort nachgefüllt werden, aber auch die Kleiderkammer. Ist die Einsatzkleidung verschmutzt, durch Rauch oder Dämpfe kontaminiert oder sogar beschädigt, organisieren sie den Transport nach St. Vit. Ebenso wie den der Schläuche, denn auch die werden in St. Vit getrocknet.

Neben regulären Diensten und Übungen sind die Gerätewarte auch nach den 70 bis 80 Einsätzen pro Jahre gefragt. Auch wenn alle mit anpacken nach einem Brand – die meiste Arbeit bleibt doch an ihnen hängen. »Eine handwerkliche Ausbildung ist von Vorteil«, sagt Maximilian Wurm. Denn irgendein Werkzeug hat er dauernd in der Hand.

Das zahlt die Stadt ihren Feuerwehrleuten pro Jahr

Wehrführer – 5.400 Euro, stv. Wehrführer – 1800, Löschzugführer Werther – 2160, Löschzugführer Häger und Langenheide – je 1200, Jugendwart – 1200, Gerätewarte – jeweils 840 Euro. Neu sind Aufwandsentschädigungen für die stv. Löschzugführer in Werther (1080 (Euro), Häger und Langenheide (jeweils 600) und den stv. Jugendwart (ebenfalls 600).

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