Auch Werthers Stadtbibliothek muss sich neu erfinden Das Schmökern wird digital

Werther (WB). Eigentlich ist Susanne Damisch eine begeisterte Bücherleserin. Doch in Zeiten von Digitalisierung hat die Leiterin der Stadtbibliothek nicht nur mit gedruckten Texten zu tun. E-Books werden immer mehr nachgefragt.

Von Katrin Hentschel
Elisabeth Dieding und Susanne Damisch, Leiterin der Stadtbibliothek , stellen die neue Homepage vor.
Elisabeth Dieding und Susanne Damisch, Leiterin der Stadtbibliothek , stellen die neue Homepage vor. Foto: Katrin Hentschel

Denn diese haben mehrere Vorteile: Leser mit einer Sehschwäche verändern einfach die Schriftgröße und sogar ein Wörterbuch ist bereits integriert. Auch das Lesen im Dunkeln oder in der hellen Sonne ist kein Problem, da sich die Displaybeleuchtung anpasst. Zudem führt ein E-Book-Reader eine Vielzahl an Büchern gleichzeitig mit sich – für Pendler auf der Zugfahrt und Bücherfans im Urlaub ein unschätzbarer Vorteil. »Bei der Ausleihe von E-Books sind unsere Kunden nicht auf die Öffnungszeiten angewiesen.

Onleihe ist 24 Stunden am Tag nutzbar

Wenn sie wegen ihrer Arbeitszeiten verhindert oder nicht mobil sind, können sie trotzdem 24 Stunden am Tag die Onleihe benutzen«, sagt Damisch. Bedenken, dass es die Bibliothek irgendwann nicht mehr geben wird, hat sie dennoch nicht: »Die Besucher schätzen unsere Beratung, den persönlichen Kontakt und die Atmosphäre hier«. Auch die Leseförderung bleibt eine zentrale Aufgabe. Erschwert wird diese durch die Ganztagsschulen. Während vor 23 Jahren die Schlossgeschichten 14-tätig um 15 Uhr stattgefunden haben, sind die Veranstaltungen heutzutage nur in den Ferien.

Bei großem Interesse werden Lizenzen zugekauft

Derzeit liegt der Medienbestand in der Onleihe bei über 70.000 Exemplaren, Tendenz steigend. E-Books, Magazine, Zeitschriften, CDs, Videos und sogar Lernkurse werden angeboten: Die Lernenden können selbstständig in Interaktion mit dem Lernprogramm das Wissen erarbeiten.

»In der digitalen Ausleihe werden bei großem Interesse an einem Medium Lizenzen dazu erworben, sodass zum Beispiel gleichzeitig mehrere Interessierte dasselbe Buch leihen können«, sagt die Leiterin. Vor Ort in der Bibliothek müssen Kunden manchmal sehr lange warten, bis sie das gewünschte Buch endlich lesen können. Dafür bleibt es zehn Jahre lang im Bestand. Das Medienangebot auf der Onlineplattform hingegen verändert sich ständig, weil die Lizenzen nur einen begrenzten Zeitraum gültig sind. Möglich macht das große Angebot seit Juli 2017 ein Verbund von 34 Bibliotheken aus OWL.

Bücherei hat neuen Internet-Auftritt

Wenn Besucher ein bestimmtes Buch suchen und nicht in der Bibliothek finden, können sie mit einer Recherche überprüfen, ob dieses Buch in Bibliotheken in der Nähe verfügbar ist. Möglich macht das die sogenannte DigiBib, eine Vernetzung von vielen Bibliotheksbeständen. Zusätzlich können Bücherfans jetzt auf der modernisierten Website der Stadtbibliothek besser mit dem Bestand vor Ort arbeiten. Bei der Mediensuche kann eingesehen werden, ob oder ab wann das Buch verfügbar ist und ob es vorbestellt werden kann. Weiterhin hat der Kunde nun einen besseren Überblick über sein Gebührenkonto sowie seine ausgeliehenen Medien und kann diese auch gegebenenfalls verlängern. Die neue Website vereint die Mediensuche im Bestand, die Onleihe OWL und die Recherche in der DigiBib.

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