Sponsoren aus Häger übernehmen Druckkosten für ungewöhnliche »Knalltüten« Die besondere Brötchen-Verpackung

Werther-Häger (WB). Um »fetzige« Ideen sind die haupt- und ehrenamtlichen Macher des Dorfladens Häger nie verlegen. Der neueste Clou: Seit dieser Woche gibt es »Knalltüten« und »Urknall-Simulatoren«.

Von Klaus-Peter Schillig
Grafiker und Vereinsmitglied Wolfgang Lamek (rechts) hat Simone Bartsch, Vorstand der Häger Versicherung, und Jochen Vogelsang, Geschäftsführer der Häger Versicherungsmakler, als Sponsoren für die Brötchentüten gewonnen.
Grafiker und Vereinsmitglied Wolfgang Lamek (rechts) hat Simone Bartsch, Vorstand der Häger Versicherung, und Jochen Vogelsang, Geschäftsführer der Häger Versicherungsmakler, als Sponsoren für die Brötchentüten gewonnen. Foto: Klaus-Peter Schillig

Die beiden Neuzugänge gibt es allerdings nur beim Erwerb bestimmter Backwaren. Es sind eigene Brötchentüten, die Wolfgang Lamek entsprechend beschriftet hat. »Ohne Sponsoren hätten wir das nicht stemmen können«, erzählt der Grafiker und Texter, der ehrenamtlich im Vorstand des Dorfladen-Vereins aktiv ist. Darum hat er seine Tüten-Gestaltung auch gleich auf einen möglichen Geldgeber abgestimmt. »Die »Knalltüte«, mit der man Einbrecher vertreiben kann, und den »Urknall-Simulator«, der beim Draufschlagen Krümel und Körner explosionsartig ins häusliche Universum verteilt.

Sponsoring mit Verlängerungs-Option

Die Häger Versicherung hat die Vorlage natürlich gern angenommen. Auf der großen Tüte werben die unter gleichem Namen firmierenden Versicherungs-Makler, auf der kleinen das eigentliche Versicherungs-Unternehmen. Und sie finanzieren dafür den Druck der Tüten. 50.000 große hat Wolfgang Lamek erst einmal bestellt, und 25.000 kleine. Erfahrungsgemäß reichen die großen für ein Jahr und die kleinen für zwei. Für die Zeit danach gibt es bereits eine Verlängerungs-Option für ein weiteres Sponsoring.

»Nach Auskunft von Mitarbeitern wurde sogar in der Druckerei über nichts anderes geredet als über unsere Brötchentüten«, freut sich Wolfgang Lamek und hofft natürlich, dass auch die Brötchenkäufer die »knalligen« Verpackungen zu würdigen wissen.

Erste Auflage der Küchenschürzen ausverkauft

Auf den Tischen im Café und am Tresen im Verkaufsraum liegt seit kurzem auch ein Heft über den Dorfladen aus, das dank finanzieller Unterstützung durch die Möbelmanufaktur von Familie Oberwelland gedruckt worden ist. Darin werden Mitarbeiter, Kunden, hilfreiche Geister und Förderer vorgestellt, das Konzept erläutert, der per E-Mail abonnierbare Nachrichtenbrief beworben und beeindruckende Zahlen genannt. Seit der Eröffnung am 4. Juni 2016 sind bis zum Stichtag 27. September 2017 bereits 10.540 Brote verkauft worden, die zum Gesamtumsatz von 294.774 Euro beigetragen haben. Dafür sind 92.738 Kassenbons gedruckt worden. Das Weingut Mesel hat 1134 Flaschen geliefert. Und von den aufwendig bestickten Küchenschürzen »für Selbstbewusste« ist die erste Fuhre komplett verkauft.

»Wir sind hier lange unterversorgt gewesen«, ist auch Jochen Vogelsang, Chef der Häger Versicherungsmakler, glücklich über den Nahversorger mit Café mitten im Ort. Und Simone Bartsch, Vorstand der Versicherung, fragt schon mal vorsichtig nach, ob es neben belegten Brötchen, Schnitzeln und Frikadellen demnächst vielleicht auch mal einen Eintopf zu Mittag geben könnte. Man arbeitet daran.

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