Kommentar zur Stadtentwicklung in Werther Jetzt ist Gemeinsamkeit gefragt

Schlechte Arbeit kann man der Wertheraner Stadtverwaltung nun wirklich nicht unterstellen. Die Vorlagen für die Politik sind stimmig, die Argumentationen passen, an den Schaltstellen sitzen Fachleute. Auch die Unternehmer haben jüngst in der IHK-Umfrage dem Rathaus ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Von Klaus-Peter Schillig
Werther steht vor großen Herausforderungen. Vor allem planerisch muss viel passieren in den kommenden Jahren. Verwaltung und Rat müssen dazu an einem Strang ziehen.
Werther steht vor großen Herausforderungen. Vor allem planerisch muss viel passieren in den kommenden Jahren. Verwaltung und Rat müssen dazu an einem Strang ziehen. Foto: Klaus-Peter Schillig

Dennoch gehen bei manchen Projekten Jahre ins Land. Bürgermeisterin Marion Weike beklagt immer mal wieder, dass die Personalressourcen im Rathaus – rein quantitativ – begrenzt seien. Der Vorstoß der CDU, einen Stadtplaner zu beschäftigen, resultiert genau aus solchen Äußerungen und aus der Verzweiflung, in einigen Dingen einfach nicht voran zu kommen. Eine Verzweiflung, die fast alle im Rat teilen. Die Mehrheit kann sich aber nicht durchringen, die ihr zustehende »Chefrolle« zu übernehmen – als Dienstvorgesetzter der Verwaltung. Die Argumente gegen einen befristet beschäftigten Stadtplaner ziehen irgendwie nicht recht. Auch eine Nachwuchskraft ist schnell eingearbeitet, weil fundiert ausgebildet. Sie würde Werther motiviert als Sprungbrett nutzen und könnte wenigstens einen Teil der Personalkosten wieder einspielen. Zum Beispiel das Verfahren Blotenberg verkürzen, das trickreich durch 250 Einwände verzögert wird.

Die großen Pakete, die Werther in den kommenden Jahren aufschnüren muss – Stadtentwicklung, Flächennutzungsplan, Ausweisung von neuen Wohngebieten, das Weco-Gelände und das HW-Meyer-Gelände, Zuarbeit zum Regionalplan – erfordern aber auch Gemeinsamkeit im Rat und eine sichere Mehrheit, die weiß, wohin sie will.

Natürlich müssen dabei Meinungsverschiedenheiten deutlich werden, muss diskutiert werden um die besten Lösungen. Aber nicht ewig und mit politischem Kreuzfeuer, nur um des Verhinderns willen. Auch hier sei noch einmal die in dieser Woche vorgestellte IHK-Umfrage bemüht, die die Kommunalpolitik als nicht besonders wirtschaftsfreundlich einstuft. Gut geeignet, um Lehren daraus zu ziehen.

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