Wertheraner Unternehmen äußern sich zum Wirtschaftsstandort Firmen kritisieren Planungspolitik

Werther (WB). Im Rathaus muss man sich eigentlich keinen Vorwurf machen. Die ortsansässigen Unternehmen sind mit der Kommunikation und der Beratung durch die Stadtverwaltung gut zufrieden. Als Wirtschaftsstandort landet Werther dennoch nur auf dem vorletzten Platz im Kreis.

Von Klaus-Peter Schillig

Die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Unternehmerverband für den Kreis Gütersloh und die Städte und Gemeinden haben die Umfragen gemeinsam an den Start gebracht. In Werther wurden 291 Unternehmen angeschrieben, 51 haben den umfangreichen Fragebogen zurückgeschickt. »Eine gute Rücklaufquote«, findet IHK-Geschäftsführer Christoph von der Heiden, der selbst in Werther wohnt und die Verhältnisse kennt.

83 Prozent würden sich wieder ansiedeln

Skepsis herrscht bei den Unternehmen – quer durch die Branchen und Größen – gegenüber der Planungspolitik in Werther. Die »längerfristigen Weichen für Wachstum und Beschäftigung vor Ort« erreicht nur 5,5 von zehn möglichen Punkten und liegt damit deutlich unter dem Kreisschnitt (6,3). Kritisch gesehen wird auch die Wirtschaftsfreundlichkeit der Bevölkerung (6,2) und der Kommunalpolitik (6,1), die beide ebenfalls unter Kreisdurchschnitt liegen, während die Kommunalverwaltung über dem Schnitt liegt. 83 Prozent der befragten Unternehmen würden sich wieder in Werther ansiedeln. Eine Empfehlung an andere, sich in Werther anzusiedeln, würden allerdings nur 67 Prozent geben.

Ein paar grüne Haken hat auch Werther bekommen. Sandra Wursthorn (v.l.), Guido Neugebauer (Stadt Werther), Burkhard Marcinkowski (Geschäftsführer des Unternehmerverbandes), IHK-Geschäftsführer Christoph von der Heiden, Bürgermeisterin Marion Weike und Arne Potthoff, Referatsleiter bei der IHK stellen die IHK-Umfrage vor. Foto: Klaus-Peter Schillig

Schnellere Internet-Verbindungen

Insgesamt 50 Standortfaktoren hatte das beauftragte Institut »EWAS« den Unternehmen an die Hand gegeben, hatte eine Einordnung nach Wichtigkeit und Zufriedenheit abgefragt. Ganz oben auf der Agenda stehen für die Unternehmer zurzeit die Breitbandversorgung und die Erreichbarkeit über die Straße. Schnelles Internet hat auch die Stadt als wichtiges Infrastrukturprojekt erkannt, hat zusammen mit BiTel wichtige Gewerbegebiete mit Glasfaser versorgt. BiTel hat ja auch den Ortsteil Theenhausen ans Glasfasernetz angebunden. Hier wird ein Wert deutlich über dem Kreisdurchschnitt erreicht.

Erreichbarkeit über die Straße, Ansprechpartner in der Verwaltung, eine niedrige Gewerbesteuer und Einkaufsmöglichkeiten werden weiter als wichtige Standortfaktoren genannt. Dazu zählt auch eine gute fachärztliche Versorgung. »Erkrankte Mitarbeiter sollen ja möglichst schnell wieder gesund werden«, argumentiert IHK-Geschäftsführer Christoph von der Heiden. Da sähen die Unternehmer auch dringenden Handlungsbedarf.

Den Daumen nach oben

Den Daumen nach oben bekommt Werther auch für die Erreichbarkeit über die Straße, für die schon erwähnte Ansprechbarkeit im Rathaus und die gute Verbindung zum Kreis, für die Kommunikation und Informationsfluss mit dem Rathaus sowie für die Umweltqualität.

Handlungsbedarf sehen die Unternehmer beim weiteren Ausbau der Breitbandversorgung, vor allem aber bei der Verfügbarkeit von Fachkräften und bei der Ausbildungsreife von Jugendlichen. Das seien allerdings Faktoren, meint auch Bürgermeisterin Marion Weike, auf die die Stadt kaum Einfluss habe.

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