Sportplatz-Unterhalt bringt TuS Langenheide finanziell in Bedrängnis Beim Kunstrasen fast verhoben

Werther-Langenheide (WB/SKü). Jahrelang hat Eckhard Lohmann vergeblich um finanzielle Hilfe bei der Unterhaltung des Langenheider Kunstrasenplatzes gebeten. Jetzt, da der Vorsitzende des TuS Langenheide das Ende seiner Tätigkeit ankündigt, hat sich doch noch eine Lösung mit der Stadt gefunden.

So sehr sich der TuS Langenheide über den 2011 gebauten Kunstrasenplatz gefreut hat, finanziell war das Projekt für den Verein kaum zu stemmen.
So sehr sich der TuS Langenheide über den 2011 gebauten Kunstrasenplatz gefreut hat, finanziell war das Projekt für den Verein kaum zu stemmen.

Die Vorgeschichte dieser jüngsten Entscheidung im Sportausschuss zeigt, dass sich Vereine bei der allseits gewünschten Übernahme von mehr Verantwortung auch schnell verheben können.

Einstimmig und ohne große Diskussion hat der Ausschuss zum einen eine Anpassung der Sportförderrichtlinien beschlossen, wonach Vereine nunmehr auch für die von ihnen gepachteten Kunstrasenplätze einen Pflegezuschuss von pauschal 0,25 Euro je Quadratmeter erhalten können. Im Fall des TuS Langenheide sind dies etwa 2000 Euro im Jahr.

Darüber hinaus hat die Politik eine Vereinbarung mit dem TuS abgenickt, nach der die Stadt ab sofort die Finanzierungskosten für einen Teil des Darlehns übernimmt, das der Verein 2010 für den Bau des Kunstrasenplatzes aufgenommen hat. Zusätzlich zu den 2000 Euro fließen so weitere 4400 Euro im Jahr, die die Zins- und Tilgungskosten basierend auf einem 50.000-Euro-Darlehen abbilden. Das halbiert für den Verein die Belastung, die aus dem 100.000-Euro-Kredit waren.

Trotz hoher Kosten war der Kunstrasen wichtig für den Verein

Eigentlich hatte Eckhard Lohmann in seinem Antrag einen nahezu doppelt so hohen Zuschussbedarf geltend gemacht. »Doch mit dieser Lösung kann der Verein jetzt auch leben«, sagte der Vorsitzende des 560 Mitglieder starken Vereins. Dass die Langenheider 2010 die Gelegenheit genutzt haben, dank der erheblichen Zuschussmittel aus einem Konjunkturprogramm den Kunstrasenplatz zu bauen, hält er für richtig: »Ein ständig bespielbarer Kunstrasenplatz ist für uns lebenswichtig.« Doch in Details sieht er manche Fehler.

Beim Vertrag mit der Stadt würde Lohmann heute besser aufpassen. Denn dass dem Verein mit der Verpflichtung zur Unterhaltung des Kunstrasenplatzes das bislang gezahlte jährliche Pflegegeld von 15.000 auf 9.000 Euro gekürzt wurde, war den Langenheidern laut Lohmann anfangs überhaupt nicht klar. Das sei auch nicht abgesprochen gewesen. »Es musste wegen des drohenden Verfalls der Konjunkturmittel damals alles schnell über die Bühne gehen«, erklärt Lohmann.

2000 Euro für eine Tonne Gummigranulat zur Platzpflege

Nach seinen Schilderungen war dem Verein vieles unbekannt, als er sich 2010 für einen Kunstrasenplatz in Eigenregie entschieden. Die Anhebung der Mitgliedsbeiträge um einen Euro pro Monat hat zwar die Kreditfinanzierung abgepuffert. 530.000 Euro inklusive Eigenleistungen hat der Platz seinerzeit gekostet. Doch dass der damalige Umsatzsteuervorteil für den Verein von immerhin 85.000 Euro dem TuS im Nachhinein wieder auf die Füße fällt, war keinem so richtig klar. Lohmann: »Wir müssen jetzt jedes Jahr an das Finanzamt etwa 1500 Euro Umsatzsteuer zurückzahlen, weil die Finanzbehörde nur eine Nutzung der beiden Herren- und der Damenmannschaft akzeptiert. Jugendmannschaften zählen nicht.« Hinzu kommen die Pflegekosten an sich. »Eine Tonne Gummigranulat zur Pflege des Kunstrasenplatzes kostet 2000 Euro. Und die Hersteller empfehlen zur Pflege drei Tonnen davon im Jahr.«

Ohne die jetzt von der Stadt gewährte Unterstützung hätte der Verein in ernste Schwierigkeiten kommen können, verdeutlicht der Vorsitzende. Dass es trotz mehrmaligen Vorsprechens bei der Bürgermeisterin erst in diesem Jahr zu einer Vereinbarung gekommen ist, hat Lohmann stark gewundert.

Stadt soll für Erneuerung aufkommen

Unterm Strich, so glaubt er, hat die Stadt ein gutes Geschäft gemacht, denn der Platz bleibe ja in ihrem Besitz. Andererseits habe der TuS keinesfalls auch noch die Abschreibungen erwirtschaften können. Für Lohmann heißt dies, dass in einigen Jahren die Stadt für eine mögliche Erneuerung des Platzes aufzukommen hätte.

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