Werther will beim Land auf neue Mietpreisgrenzen drängen 24.000 Euro für sozialen Wohnungsbau

Werther (WB). Das Zeichen richtet sich vor allem an mögliche Investoren, sollte aber auch Denkanstoß für die Landesregierung sein. Die Stadt Werther will den sozialen Wohnungsbau künftig aus eigener Tasche fördern.

Von Klaus-Peter Schillig
In Werther sind, wie hier zwischen Mehrkamp und Schwarzem Weg, schon lange keine neuen Mietwohnungen mehr entstanden. Vor allem preisgünstige Unterkünfte für sozial schwächere Menschen sind Mangelware.
In Werther sind, wie hier zwischen Mehrkamp und Schwarzem Weg, schon lange keine neuen Mietwohnungen mehr entstanden. Vor allem preisgünstige Unterkünfte für sozial schwächere Menschen sind Mangelware. Foto: Ulrich Fälker/Archiv

Auf Antrag der CDU hat sich der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend bei fünf Enthaltungen dafür ausgesprochen, zunächst jährlich 24.000 Euro in den Finanzplan aufzunehmen. Damit soll möglichen Investoren pro Quadratmeter Wohnraum mit Sozialbindung zehn Jahre lang ein Mietzuschuss von zwei Euro gewährt werden. »Das reicht für 1000 Quadratmeter sozialen Wohnungsbau«, erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzende Birgit Ernst. Angesichts der Defizite auf dem Wertheraner Wohnungsmarkt »sind wir in der Pflicht, hier etwas zu tun.«

Zwei Euro pro Quadratmeter

Sprecher aller anderen Parteien begrüßten grundsätzlich das Vorhaben, sehen die Lösung der Probleme aber nicht bei der Stadt allein. Denn auch mit zwei Euro Mietzuschuss pro Quadratmeter wird man die gemeinnützige Kreiswohnstätten-Genossenschaft (KWG) in Halle kaum zum Neubau von Sozialwohnungen veranlassen können. Wie in den anderen Altkreis-Kommunen gilt nämlich auch für Werther eine vom Land festgesetzte Sozialmiete von 4,62 Euro. »Bei diesem Satz erntet man gleich Kopfschütteln«, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Schütz.

Zweites Problem in Werther: Es gibt in der Innenstadt keine Grundstücke und auch keinen Bebauungsplan, der Bauland ausweisen würde. »Wir müssen uns darauf konzentrieren, ein Grundstück in der Kernstadt zu finden und beim Land die Förderrichtlinien zu ändern«, sagte Bürgermeisterin Marion Weike.

Bürgermeister schreiben an Ministerin

Gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus dem Altkreis hat sie bereits das zuständige Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung angeschrieben. »Aber wo bekommen wir ein Grundstück her?«, fragte Marion Weike in die Runde. Und dazu zu einem annehmbaren Preis: »Unter 180 bis 200 Euro geht da wohl nix«, schätzt sie die Bodenrichtwerte für die Innenstadt ein.

Außer aus eigenen Beständen. Rainer Schütz forderte beim Thema Wohnungsbau Geschlossenheit ein und von der CDU, auch Grundstücke am Blotenberg für sozialen Wohnungsbau im Blick zu haben. Weil mit der Fertigstellung eines Mietshauses im kommenden Jahr noch nicht zu rechnen sei, werden die beschlossenen 24.000 Euro nicht im Haushalt für 2018 verankert, sondern im langfristigen Finanzplan.

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