Stattliche Nordmanntanne ziert den Alten Markt – Bodenhülse zu eng Spende um fünf Meter gekürzt

Werther (WB). »Das ist der schönste Baum, den ich hier je gesehen habe«, schwärmt Usmar Carles. Werthers Schausteller-Ikone kann es nicht lassen und sorgt nach einem Jahr Rentnerdasein wieder für den Weihnachtsschmuck in der Innenstadt.

Von Klaus-Peter Schillig
Jörg Freese muss dicke Schichten vom Stamm abtragen, bis sie endlich in die enge Bodenhülse auf dem Alten Markt passt
Jörg Freese muss dicke Schichten vom Stamm abtragen, bis sie endlich in die enge Bodenhülse auf dem Alten Markt passt Foto: Peter Schillig

Die stattliche Nordmanntanne ragte bis Dienstagmorgen zwölf Meter hoch aus dem Vorgarten von Marianne Uffmann am Wellenpöhlen. Ihr Mann Heinz hatte sie vor mehr als 50 Jahren gepflanzt – wie viele weitere in den Folgejahren – und noch im vergangenen Jahr, vor seinem Tod, Usmar Carles als Spende für den Alten Markt angeboten. »Unsere Familie hat einen Faible für Tanne«, erzählt Tochter Heidi Mester und erzählt, dass ein weiteres Exemplar über Weihnachten die Kirche in Häger zieren wird.

Marianne Uffmann (Mitte) und ihre Tochter Heidi Mester haben Usmar Carles die Tanne aus ihrem Vorgarten zur Verfügung gestellt. Foto: Schillig

Die Nordmanntanne war auch in Uffmanns Garten schon immer weihnachtlich beleuchtet, wurde für die jährliche Kletterpartie aber einfach zu hoch. Die drei benötigten Lichterketten bekommt Usmar Carles gleich noch dazu. Und kann sie dann vom Bauhof gleich auch etwas enger verlegen lassen.

Denn die Nordmanntanne hat von ihrer Länge ganz erheblich eingebüßt. Fünf Meter ist sie kürzer geworden, weil Bauhof-Mitarbeiter Jörg Freese mit Kettensäge kräftig beschneiden musste. Das tat nicht nur Marianne Uffmann, ihrer Tochter und deren Schwiegersohn in der Seele weh, sondern auch Vorarbeiter Frank Hellweg.

Bei Kranunternehmer André Hollmann ist Fingerspitzengefühl gefragt. Foto: Schillig

Ursache für den rigorosen Rückschnitt ist die enge Bodenhülse auf dem Alten Markt. Die ist für den Weihnachtsbaum gedacht, aber bereitet immer wieder mal Probleme. Die Stämme der Bäume sind meist dicker. In diesem Fall um das Doppelte.

Jörg Freese und Michail Baksarajew müssen deshalb nicht nur kürzen, sondern mit der Kettensäge auch noch den Durchmesser des Stammes kräftig verringern. Bis er in das ein Meter tiefe Loch passt und unten aufsteht. Erst dann kann er mit Keilen ausgerichtet werden. »Einen Zwölf Meter hohen Baum können wir nicht mit einem so dünnen Stamm in den Boden bringen. Der knickt bei Sturm glatt ab«, erklärt Kranführer André Hollmann die Sicherheitsüberlegungen.

Am kommenden Wochenende wird Usmar Carles als Aktion der Werbegemeinschaft noch weitere 70 kleine Weihnachtsbäume in der Stadt aufstellen, die mit Kugeln geschmückt werden sollen. Und wer für kommendes Jahr einen großen Baum spenden möchte: Usmar Carles, 05203/3201.

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