Werther bekommt für 6,9 Millionen Euro eine der modernsten Kläranlagen Bei Sauberkeit europaweit spitze

Werther (WB). Knopfdruck genügt: Die Waschmaschine läuft an, die Klospülung rauscht. Alles Routine. Doch die wird im Hintergrund bald gründlich auf den Kopf gestellt.

Von Margit Brand
Blick auf die Kläranlage Schwarzbach: Hier landen in Zukunft sämtliche Abwässer aus Werther.
Blick auf die Kläranlage Schwarzbach: Hier landen in Zukunft sämtliche Abwässer aus Werther. Foto: Ulrich Fälker

Wenn voraussichtlich im Sommer mit dem Bau der neuen Kläranlage begonnen wird, ist das in Werther die größte Investition seit langem. Ein Grund, das 6,9 Millionen-Projekt etwas genauer zu betrachten.

Die Kläranlage Warmenau an der Nordstraße wird am Ende aufgegeben. Werthers Abwässer werden künftig komplett zur Kläranlage Schwarzbach gepumpt, die dann eine neue Technik erhält. »Am Ende wird am Schwarzbach eine Kläranlage stehen, die nicht nur in NRW oder in Deutschland, sondern europaweit eine der modernsten ist«, sagt Andreas Steffens.

Bei Andreas Steffens laufen die Fäden für das Großprojekt zusammen. Foto: Brand

Bei dem 46-jährigen Bauingenieur laufen im Rathaus die Fäden für das Großprojekt zusammen. Viel Vorarbeit ist bereits geleistet. Deshalb steht fest: Das 30 Jahre alte »Durchlaufsystem« wird durch das so genannte SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) ersetzt. Rechen und Sandfang fürs Grobe bleiben, die nächsten Schritte aber werden in einem Behälter zusammen gefasst.

Keine Chance für Plastik-Kügelchen im Duschgel

Mechanisch, biologisch, chemisch: Üblicherweise ist das Wasser nach diesen Schritten wieder so sauber, dass es die Kläranlage verlassen könnte. Werther hat sich jedoch dazu entschlossen, eine vierte Reinigungsstufe einzubauen, um auch das noch herauszufiltern, was heute mit in den Schwarzbach fließt: Chemikalien aus Industrie und Haushalten, Arzneistoffe, Hormone, Mikroplastik.

Gebührenzahler bekommen es zu spüren

Photovoltaik auf Dächern, Mini-Wasserkraftwerk am Überlauf zum Schwarzbach: Auch Energiesparmaßnahmen wollen bedacht werden, wenn man den Stromfresser effizient betreiben will. Doch auch so schon müssen sich die Wertheraner auf eine kräftige Gebührenerhöhung einstellen. Vier Euro pro Kubikmeter Abwasser (statt aktuell 2,56 Euro) stehen als neuer Preis im Raum.

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