Konzert mit Opus Arte am Haus Werther: 150 Besucher trotzen den Schauern Wasserfeste Liebesschwüre

Werther (WB). »So eine Stimmung kann in keiner Aula entstehen«, sagte Bürgermeisterin Marion Weike und sprach damit den unverdrossenen Freunden von Opus Arte, wie auch dem Chor selbst ihr Kompliment aus. Denn keiner ließ sich von einem Schauer aus dem Rhythmus bringen.

Von Eische Loose
Prachtvolle Urkraft von Opus Arte: Der Damenchor ist die beständige, stimmlich ausgewogene Grundlage für die musikalischen Ideen von Reiner Beinghaus, die vom Kronleuchter als Bühnenbeleuchtung bis zum üppigen Gewand über den Gesang hinaus gehen.
Prachtvolle Urkraft von Opus Arte: Der Damenchor ist die beständige, stimmlich ausgewogene Grundlage für die musikalischen Ideen von Reiner Beinghaus, die vom Kronleuchter als Bühnenbeleuchtung bis zum üppigen Gewand über den Gesang hinaus gehen. Foto: Eische Loose

Allein der Titel »Schlösser, die im Monde liegen« versprach den etwa 150 Besuchern des Schlosses Werther einen verträumten Abend voller romantischer Gefühle und weicher Töne. Dass dabei leider kein Mond über dem Gebäude prangte und Annette Barrelmeyer ihr »Lied an den Mond« ganz allein und im Dunkel des Innenhofes fast unsichtbar anstimmen musste, war wohl weniger gewollt.

Picknick unterm Schirm

Überhaupt nicht erwünscht war zudem, dass die innigen Liebesschwüre von Stolz, Strauss, Linke und Lehar auch den Himmel so sehr rührten, dass er weinen musste. Schnell wurden da die Dosen mit den mitgebrachten Picknick-Speziali­­­täten wieder geschlossen und stattdessen die Regenschirme geöffnet. »Wir haben die Essenspause schon im Vorfeld abgesagt, weil die Wiese zu durchweicht ist«, sagte Reiner Beinghaus, der sich am Ende jedoch auf die Standhaftigkeit seines Chores und seiner Fans verlassen konnte.

Verlässlicher Sopran

Das galt besonders für Manuela Heinrich, die ihr »Adieu, mein kleiner Gardeoffizier« gerade mitten im Schauer anstimmte. Dennoch fand sie mit ihrer bewährten Energie nicht nur verlässlich ihren Sopran, sondern auch ihre spielerische Darbietung. Von einer nassen Sitzbank ließ sich auch Ralf Sczensny nicht bewegen, etwas mehr aus sich heraus zu gehen. Der Bariton, der immer einen Schuss Moderne in die Abende einbringt, überzeugte auch diesmal rein stimmlich mit »I see Fire« und »Belle«.

Medley von Robert Stolz

Mehr mimischen Ausdruck fanden allerdings Angelika Meyer mit einem sehr bedächtigen »Summertime« und Manuela Brenker Scholz, die für das »Phantom der Oper« die Kraft und für »Peer Gynt« die Zartheit ihres Soprans gefunden hatte. Für den großen Chor hatte Reiner Beinghaus für dieses Programm auch lange Medleys zusammengestellt. So konnten sich die Besucher bei nur einer Zugabe gleich auf 15 Minuten Musik freuen, nämlich auf ein Robert-Stolz-Medley.

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