Warum es an der Jöllenbecker Straße in Werther nicht weitergeht Ohne Grundstücke keine breitere Straße

Werther (WB). Drei Kurven abgeflacht, die Straße durchgehend auf 6,5 Meter breit, kombinierter Geh-/Radweg hinter einem schützenden Straßengraben: Dass die Jöllenbecker Straße (K27) einmal so aussehen soll, zeigen die Pläne, die schon sieben Jahre alt sind. Mehrere Unfälle haben zuletzt wieder für Schlagzeilen gesorgt und die Sorgen der Anwohner öffentlich gemacht. Zwei von ihnen haben sich jetzt direkt im Kreishaus über den Stand der Ausbauplanung informiert. Sigrid und Nina Fedeler erfuhren: Das Bauprojekt scheiterte bislang, weil der Grunderwerb stockt.

Bereits im Jahr 2006 hatten sich die Anwohner mit einem Antrag auf bauliche und verkehrstechnische Maßnahmen einschließlich einer Unterschriftenliste an die Stadt Werther beziehungsweise den Kreis Gütersloh gewandt, berichtete Sigrid Fedeler, die einen Aktenordner voller Unterlagen zu dem Gespräch mitgebracht hatte.

Anwohner im Kreishaus

»Der Grunderwerb muss komplett sein, bevor wir überhaupt einen Antrag auf eine Förderung für diese Baumaßnahme stellen können«, erläuterte Silvia Merkentrup, die bei der Tiefbauabteilung für die Straßen- und Radwegeplanung zuständig ist. Zusammen mit Henrik Egeler, Abteilungsleiter Tiefbau, nahm sie sich Zeit, um Sigrid Fedeler und ihre Tochter Nina zu informieren und ihre Sorgen aufzugreifen.

Von wenigen Anliegern fehlt bisher der nötige Teil ihrer Grundstücke: Zum einen brauche man notwendigerweise den Grunderwerb für die Abflachung der Kurven, zum anderen ist der Kauf notwendig, um im weiteren Verlauf den Radweg bauen zu können. Merkentrup: »Wir wollen den Radweg bis auf Bielefelder Stadtgebiet weiterbauen.« Darauf habe man sich mit der Nachbarstadt geeinigt.

Mit Bielefeld geeinigt

Dort fände dann der Radweg Anschluss an einen überregionalen Fern-Radwanderweg. Auf rund 840 Meter Länge würde die Straße komplett ausgebaut und auf 6,5 Meter verbreitert. Im weiteren Verlauf Richtung Bielefeld würde man den bestehenden Straßenverlauf beibehalten und lediglich um den Radweg ergänzen. Dieser Abschnitt ist 1300 Meter lang.

Die Jöllenbecker Straße (K27) entspricht nicht dem heutigen Ausbaustandard. »So würde man heute nicht mehr bauen«, stellt Merkentrup klar. Zu schmal, zu enge Kurven, ohne Geh-/Radweg. Gerade Begegnungsverkehr zur Erntezeit sei kritisch, weiß Sigrid Fedeler aus dem Alltag zu berichten. Nachbarn würden mit ihren Hunden teils lieber über die Felder laufen, bevor sie auf die Idee kämen, an der Straße entlang zu gehen. Ihr wurde zugesichert, dass der Kreis Gütersloh sich weiterhin bemühe, baureife Rahmenbedingungen für das Projekt zu schaffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.