Schulleiterin Barbara Erdmeiers vom Gymnasium Werther verabschiedet Das Gegenteil vom Hahn

Werther (WB). Ein Bild der Wertheraner Künstlerin Dorothea Wenzel markiert Beginn und Abschluss von Barbara Erdmeiers elfjähriger Wirkungsphase am Evangelischen Gymnasium. Sein Titel »Mut, Fantasie und Zuversicht« zieht sich wie ein roter Faden durch die Verabschiedung der Rektorin.

Von Johannes Gerhards
Zahlreiche Ehrengäste, Kollegen und Weggefährten loben die wertschätzende und fürsorgende Art von Barbara Erdmeier (sitzend) und ihre hochprofessionelle Arbeitsauffassung. Nach elf Jahren geht sie nun in den Ruhestand.
Zahlreiche Ehrengäste, Kollegen und Weggefährten loben die wertschätzende und fürsorgende Art von Barbara Erdmeier (sitzend) und ihre hochprofessionelle Arbeitsauffassung. Nach elf Jahren geht sie nun in den Ruhestand. Foto: Johannes Gerhards

Vertreter von Bezirksregierung, Landeskirche und Stadt, dazu Kollegen, Eltern und Schüler haben sich im Gemeindehaus zu einer Feierstunde versammelt, um Barbara Erdmeier für ihr Engagement zu danken und ihr Hochachtung und Respekt zu zollen. Sie habe ihr Amt mit »großer Professionalität, Tatkraft und Gelassenheit« ausgeübt, lobte Bürgermeisterin Marion Weike.

Ihre Ruhe liegt schon im Namen

»Mit Ihrer kooperativen und vorausschauenden Arbeitsweise haben Sie auf dem Gebiet der Schulentwicklung manchen Stein ins Rollen gebracht«, sagt Gertrud Pannek, bei der Bezirksregierung zuständig für die schulfachliche Aufsicht. Als Sprecher der Kreisdirektorenkonferenz erinnerte sich Lambert Austermann an die »unaufgeregte, unaufdringliche, freundliche und einladende Atmosphäre«, die er in den Räumen des EGW stets verspürt habe.

Ute Wilmsmeier und Dr. Wolfram von Moritz als Vertreter der Landeskirche sagen in ihrem Grußwort: »Geerdet und standfest – wie Ihr Name verkündet – haben Sie pädagogische Höhenflüge in alpinen Ausmaßen unternommen und einen Höchstwert auf der Skala der leuchtenden Augen erreicht.«

Mitglieder des Kollegiums und der Fachschaften Deutsch, Pädagogik und Religion philosophieren über Hähne und Hennen. Mit dem Spruch »Das Huhn ist schlau und stellt sich dumm, beim Hahn da ist es andersrum« verdeutlichen sie Erdmeiers weiblichen Führungsstil, der sich auch mit leisen Worten verständlich mache, Vertrauen erzeuge und delegieren könne. Erdmeiers Abschiedsgeschenk ist ein Ausflug nach Maria Laach, wo sie in Muße auf einer Bank sitzend den Blick über den See schweifen lassen könne.

Multimedial kommt der liebe- und respektvolle Schülerbeitrag daher. Alle Klassen haben an einem Film mitgewirkt, dazu singt und spielt das Musikensemble »Die Beste auf der Welt ist unsere Barbara« und »Barbara Ann« frei nach dem alten Beach-Boys-Hit.

Für den EGW-Schulverein listet Thomas Schlingmann noch einmal die wichtigsten beruflichen Stationen von Barbara Erdmeier auf. Nach holprigem Beginn, weil ursprünglich ein von den zuständigen Gremien abgelehnter Kandidat vorgesehen war, tauche heute in nahezu jedem Rückblick auf die vergangenen elf Jahre die Bezeichnung »Glücksfall« in Verbindung zu Barbara Erdmeier auf.

Jetzt erstmals nach Tansania und Polen

Die Schulleiterin selbst zeigte sich überwältigt von den vielen positiven Rückmeldungen. In ihren exakt 41 Jahren und 99,75 Tagen ihrer Berufslaufbahn habe sie deutlich mehr positive Erfahrungen gemacht als Melanchthon in seiner Schrift »Über die Leiden der Lehrer« erwähnt. Nach Eintritt in den Ruhestand am 1. August möchte Barbara Erdmeier zunächst nach Tansania und Polen reisen und sich anschließend der ehrenamtlichen Hospizarbeit widmen.

Ihr Nachfolger als Leiter des Evangelischen Gymnasiums Werther wird Christian Kleist.

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