Elektrizitätsversorgung Werther bietet Einstieg in »Energiegenossenschaften« Sonne sucht Dach

Werther (tibo). Mit Sonnenenergie lässt sich nicht nur umweltschonend Strom erzeugen und heizen. Es lässt sich damit auch Geld verdienen. Beispielsweise in Form einer Energiegenossenschaft. Was es damit auf sich hat und welche Finanzierungsmodelle es rund um den klimafreundlichen Hausumbau gibt, darüber informierten fünf Referenten auf Einladung der Stadt.

Stellten Finanzierungsmodelle vor: Volker Nau, Werner Schröder, Bernd Haak, Regina Kistermann, Tim Eweler und Andreas Lahme (von links).
Stellten Finanzierungsmodelle vor: Volker Nau, Werner Schröder, Bernd Haak, Regina Kistermann, Tim Eweler und Andreas Lahme (von links). Foto: Annalisa Tibaudo

Aktuell leisten sich neun Prozent der Wertheraner Hauseigentümer eine Solar- oder Photovoltaikanlage. Das sind 291 Anlagen, die eine Leistung von 5371 Kilowatt erbringen. Das gut zehnfache wäre allein in Werther möglich, sagt Werner Schröder. Das Gebiet um Rietberg sei mit 21 Prozent Vorreiter im Kreis Gütersloh. »Wir haben also noch viel zu tun«, meint der städtische Umweltbeauftragter, der sich gemeinsam mit Klimaschutzmanagerin Regina Kistermann für umweltfreundliche Lösungen einsetzt.

Solarkataster hilft beim Kalkulieren

Welches Potenzial sein privates oder gewerbliches Hausdach birgt, kann jeder Interessierte auf der speziell aufbereiteten Internetkarte des Solardachkataster im Kreis Gütersloh abfragen. Es gibt Auskunft darüber, ob eine Photovoltaik oder eher eine Solarthermie in Frage kommt. Mit Hilfe eines Kalkulators kann sogleich eine erste finanzielle Berechnung vorgenommen werden.

Unterschiedliche Finanzierungsmodelle mit diversen Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen können bei der Realisierung des Projektes helfen. Auskunft gaben jetzt Andreas Lahme, Leiter Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, Tim Eweler, Leiter der Zweigniederlassung vom Bankverein Werther, und Bernd Haak, Immobilienfinanzierungsexperte der Kreissparkasse Halle.

Durchschnittsbeteiligung 3600 Euro

Auch die Elektrizitätsversorgung Werther (EWG) unterstützt den Klimaschutz mit Förderprogrammen. Geschäftsführer Volker Nau informierte über die Möglichkeit ein Hausdach zu pachten. Wer zum Beispiel kein eigenes Hausdach hat, aber dennoch in erneuerbare Energien investieren möchte, für den gebe es die Möglichkeit sich in sogenannten »Energiegenossenschaften« einzuklinken oder eine solche selbst zu gründen. Seit 2006 gibt es mehr als 800 Energiegenossenschaften mit 165.000 Anteilseignern. Die durchschnittliche finanzielle Beteiligung liegt laut Volksbank pro Mitglied bei rund 3600 Euro.

Die Stadt Werther begrüßt diese Form der Energiegenossenschaften und ist selbst auf der Suche nach Privatpersonen oder Unternehmern, die ihre Dächer oder Flächen dafür zur Verfügung stellen. Und wer Interesse hat, Anteilseigner einer Energiegenossenschaft zu werden, kann sich im Rathaus in eine Liste eintragen lassen.

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