Offene Gartenpforte: Familie Faber rüstet sich wieder für den großen Ansturm Rosige Aussichten

Werther (WB). Wie viele Menschen seit 2004 bei Familie Faber durch die offene Gartenpforte getreten sind, hat niemand gezählt. Aber Michael und Angelika Faber scheint es auch nichts auszumachen, wenn nicht sechs, nicht 60, sondern in Spitzenzeiten 600 Leute zu Besuch kommen.

Von Margit Brand
Angelika Faber geht in ihrem Garten auf wie die kleinen Pflänzchen, die sie selbst in den Gewächshäusern zieht. Die Hobbygärtnerin liebt nicht nur Rosen und Perlagonien, sondern auch einjährige Stauden, die sie in den Beeten immer neu arrangiert.
Angelika Faber geht in ihrem Garten auf wie die kleinen Pflänzchen, die sie selbst in den Gewächshäusern zieht. Die Hobbygärtnerin liebt nicht nur Rosen und Perlagonien, sondern auch einjährige Stauden, die sie in den Beeten immer neu arrangiert. Foto: Margit Brand

Nächsten Sonntag, 11. Juni, von 11 bis 18 Uhr darf das Blütenmeer wieder bestaunt werden. Auch wenn der »faber-hafte Garten« (Am Winkel 6) das ganze Jahr über vorzeigefähig ist, gehört natürlich trotzdem einiges an Vorbereitung dazu. Jahrelang war die ganze Familie am Aktionstag eingespannt; alle fünf Kinder packten mit an. Inzwischen greifen Gartenfreunde mit ins Rad, denn die vier Ältesten wohnen nicht mehr daheim.

Tortenbuffet darf nicht mehr angeboten werden

»Leider bieten wir kein Tortenbuffet mehr an; die Hygieneauflagen der Behörden waren einfach zu hoch«, erzählt Angelika Faber. Ein großes Stück Arbeit fällt damit weg, aber: »Es war zu schön, wenn sich die Leute überall im Garten ein Plätzchen gesucht haben.« Kaffeemaschinen brodeln natürlich immer noch, und auch einen Keks oder ein wenig Obst wird dazu gereicht. Der Erlös wird (ebenso wie der Eintritt von zwei Euro pro Erwachsenem) traditionell gespendet. Diesmal soll der verletzte Wertheraner Fußballspieler Jonny Lawrence profitieren.

Die Fabers bekommen ihren »Lohn« auf andere Weise. »Zu sehen, wie andere Menschen sich an unserem Garten erfreuen, ist ein großes Geschenk«, sagt Angelika Faber. Mitunter bewegende Zeilen haben Besucher im Gästebuch hinterlassen. Für die Fabers ein zusätzlicher Motivationsschub, ihrem 1000 Quadratmeter großen Grundstück immer neue Farbspiele zu entlocken.

Verschiedene Rosensorten im Fokus

Im Moment haben die Rosen ihren großen Auftritt. So wie die Rosa multiflora die Felsenbirne erobert hat, ranken sie überall empor. 90 verschiedene Sorten gibt es im Garten hinterm Haus, auf der »Wunderwiese« davor sind es noch einmal 60. Ehrensache, dass die Fabers alle beim Namen kennen – und nicht etwa nur die Apothekerrose, die natürlich nicht fehlen darf im Garten eines Sonnen-Apothekers. Der sammelt übrigens Hauswurz-Arten. Die sind zwar traditionell sehr robust, gedeihen bei guter Pflege aber besonders gut – zu sehen gleich an der Hauswand links. Seine Frau hat derweil nicht nur ein Händchen für geschmackvoll-verspielte Deko im Shabby Chic, sondern auch ein Faible für Perlagonien, die (nicht nur) hinter der Terrasse in allen Rosatönen blühen.

Den berühmten grünen Daumen haben die Mittfünfziger ohne Zweifel beide. Und doch gibt es klare Arbeitsteilung. Michael Faber beherrscht »die Kunst der Fuge« und versteht es, nicht nur im Pflaster Unkraut von frisch gezogenen Stauden-Pflänzchen zu unterscheiden. Er sorgt dafür, dass ordentlich gepflegte Flächen den richtigen Kontrast bilden zu der überbordenden Blumenpracht, die seine Frau in den Beeten (und Vasen) arrangiert. Eine Besucherin habe den Garten einmal mit einer üppigen Frau in einem Korsett verglichen. Ein Vergleich, der Angelika Faber gefällt.

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