Ausschuss in Werther entscheidet einstimmig über Trägerschaft und Standort Johanniter übernehmen neue Kita

Werther (WB). Die Stadt Werther bringt nicht nur einen neuen Kindergarten an den Start, sondern versucht es auch mit einem ganz neuen Träger. Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) hat die Zustimmung aller Fraktionen im Rat.

Von Klaus-Peter Schillig
Die Johanniter Unfall-Hilfe wird Träger des neuen Kindergartens in Werther. Gerald Donath (links), hauptamtlicher Vorstand im Regionalverband OWL, und Ortsbeauftragter Gotthard Weber freuen sich nach der Entscheidung im Sozialausschuss.
Die Johanniter Unfall-Hilfe wird Träger des neuen Kindergartens in Werther. Gerald Donath (links), hauptamtlicher Vorstand im Regionalverband OWL, und Ortsbeauftragter Gotthard Weber freuen sich nach der Entscheidung im Sozialausschuss. Foto: Klaus-Peter Schillig

36 Minuten für zwei weitreichende Entscheidungen – so schnell war der Wertheraner Sozialausschuss selten. Und der nachfolgende Haupt- und Finanzausschuss, der die Entscheidungen noch absegnen musste, machte es noch schneller: drei Minuten. Das Ergebnis: Die JUH wird Träger des achten Kindergartens, gebaut wird er am Rande des Gewerbegebietes Rodderheide, hinter den Wohnhäusern und Gärten an der Jöllenbecker Straße. Es wurde gar nicht groß diskutiert vor der Abstimmung im Sozialausschuss, nachdem Bodo Brinkmann (SPD) sich gleich zu Beginn deutlich für die Johanniter ausgesprochen hatte. Für die JUH spreche die Ortsgebundenheit und die gute Vernetzung im Ort.

Stadt müsste als Träger mehr zahlen

Die gleichen Argumente führte auch Gabriele Gess (Grüne) an. Die AWO sei in Werther schon mehrfach vertreten, deshalb hätte jetzt ein anderer Träger Vorrang. Ins gleiche Horn stießen auch Susanne Weiß-Honsel (FDP) und Heike Wäger (UWG). In der CDU-Fraktion habe man zwar das CJD favorisiert, könne aber auch mit den Johannitern gut leben, bekannte Alexander Fillers. Vor der einstimmigen Entscheidung hatte Grünen-Ratsherr Wolfgang Böhm lediglich kritisiert, dass die Verwaltung nicht die Stadt selbst als Träger vorgeschlagen habe. Das liege unter anderem aber daran, dass die Stadt als Träger 21 Prozent der Baukosten zu tragen hätte, bei anderen Trägern aber nur neun Prozent zuschießen müsse, erläuterte Bürgermeisterin Marion Weike.

Initiative vom Kreisjugendamt

Den Rest übernehmen Kreis und Land, die der Entscheidung aus Werther jetzt noch zustimmen müssen. Was aber absehbar ist, denn schließlich ist vom Kreisjugendamt der Vorschlag gekommen, eine weitere Kita zu bauen. Und die Johanniter sind als Träger in anderen Teilen Westfalens schon präsent und bewährt.

Offen ist noch, ob das Grundstück an einen Investor verkauft oder verpachtet wird. Es hätten jedenfalls mögliche Bauherren Interesse bekundet, sagte Vize-Verwaltungschef Guido Neugebauer. Die Adressen wolle er an JUH-Vorstand Gerald Donath weitergeben.

Mehr als ein Jahr Vorlaufzeit

Donath, Vorstand des OWL-Regionalverbandes, und Gotthard Weber, langjähriger Ortsbeauftragter des JUH in Werther, strahlten jedenfalls nach der Entscheidung im Ausschuss. Sie haben jetzt genügend Vorlaufzeit, um die dreigruppige Kindertagesstätte im August 2018 anlaufen zu lassen und Personal zu suchen.

Der Standort in der Rodderheide wurde wegen der Nähe zu Gewerbebetrieben nicht von allen Fraktionen als optimal angesehen. Extrem störende Unternehmen seien schon laut Bebauungsplan hier nicht vorgesehen, sagte Marion Weike. Außerdem habe man es selbst in der Hand, an wen man das Nachbargrundstück verkaufe. Die Entscheidung fiel aber auch hier einstimmig, nur Wolfgang Böhm enthielt sich der Stimme.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.