Ausstellung nach Auschwitz-Besuch: Schüler drücken Gefühle aus Beklemmend und ausweglos

Werther (WB/mat). Ein Gefühl von Beklemmung und düsterer Leere vermittelt die quadratische Skulptur, die mit schwarz bepinselten Styropor-Baracken das Konzentrationslager Auschwitz darstellt. Und genau darauf haben es die Künstler abgesehen: Sie wollen den Schrecken der Gaskammern weiter in die Öffentlichkeit tragen.

Im März besuchten Zehntklässler der PAB-Gesamtschule Krakau und Auschwitz. Ihre Erfahrungen zeigen sie in einer Ausstellung.  
Im März besuchten Zehntklässler der PAB-Gesamtschule Krakau und Auschwitz. Ihre Erfahrungen zeigen sie in einer Ausstellung.   Foto: Sara Mattana

Denn was die Zehntklässler der PAB-Gesamtschule bei ihrem dreitägigen Ausflug nach Krakau und Auschwitz erlebt haben, beschäftigt viele von ihnen noch immer. Statt jedoch nur über die erschreckenden Eindrücke zu sprechen, drücken sich die Schüler der beiden Standorte nun in unterschiedlichen Kunstformen aus, die noch bis Mittwoch, 24. Mai, in der Filiale der Kreissparkasse Werther zu sehen sind.

»Für die Menschen gab es keinen Ausweg«

So soll auch das von überdimensional großem Stacheldraht umrahmte Styropor-Modell die Gefühle der Schüler verkörpern: »Wir wollen damit zeigen, dass es für die Menschen keinen Ausweg gab«, sagt Marina Lünstroth, die gemeinsam mit Sara Kany, Kai Niklas Berg, Timo Fedrowitz und ihrem Techniklehrer Alexander Schnug an dem Kunstwerk gearbeitet hat. Und schon kurz nach der Eröffnung zeigt sich, dass sich die Mühe der Zehntklässler gelohnt hat. »Sehr viele Kunden bleiben interessiert stehen«, berichtet Filialdirektorin Vera Consbruch, die dem Projekt nun zum zweiten Mal die Ausstellungsfläche für Fotoplakate, Gefühlstagebücher und Bilder zur Verfügung stellt.

Ausstellung zeigt tiefgreifende Erfahrungen

Alle Schüler sind sich einig: Die weite Fahrt – freiwillig, an einem Wochenende – hat sich gelohnt. Alle haben tief greifende Erfahrungen gemacht, wie die Ausstellung zeigt. Sie bildet übrigens nur einen Teil der Ergebnisse einer Projektwoche ab.

Um die Fahrt realisieren zu können, wurde die Schule von ihrem Förderverein, der Kreissparkasse, dem Arbeitskreis »Spuren jüdischen Lebens in Werther« und den »Falken« unterstützt. »Das ist extrem wichtige Bildungsarbeit, und es hilft den Schülern, aktuelle Bezüge herzustellen. Deshalb finde ich es toll, dass so großes Interesse besteht«, sagt Markus Kollmeier, Geschäftsführer der Gütersloher »Falken«. Über den Besuch in der Gedenkstätte informieren die Schüler auch online. Einige haben eine Homepage erstellt.

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