Mega-Recycling: Anwohner fordern mehr Unterstützung bei der Kontrolle Stadt soll »Schrottplatz« kontrollieren

Werther (WB). Aufgebrachte Anwohner der Firma Mega Recycling wollen die Stadt Werther bei der Kontrolle der Umweltaufauflagen stärker in die Pflicht nehmen. Bei der Ratssitzung am Donnerstag haben sie deutlich mehr Unterstützung bei der Überwachung »des Schrottplatzes« an der Ziegelstraße eingefordert.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Die Firma Mega Recycling: Seit Jahren gibt es Diskussionen über die Nichteinhaltung von Auflagen.
Die Firma Mega Recycling: Seit Jahren gibt es Diskussionen über die Nichteinhaltung von Auflagen. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Mal geht es um versprochene Einhausungen von Recyclingmaterial, mal um das Abspülen von Lkw-Reifen, oft um Lärm und nicht abgedeckte Schadstoffe – gut die Hälfte von 20 aktiven Einwohnern hat ihrer Enttäuschung darüber, »von der Politik allein gelassen« zu werden, bei der Einwohnerfragestunde Luft gemacht. »Man fühlt sich im Stich gelassen«, hieß es aus den Reihen der betroffenen Nachbarn, zu denen insgesamt wohl etwa 80 Wertheraner gehören.

Anette Dünnmann: »Die Firma sollte bereits 2015 die schwer wiegenden Mängel abstellen und es ist nichts passiert. Auch die Stadt sollte deshalb deutlich ihre Unzufriedenheit aussprechen.«

Bürgermeisterin Marion Weike wies auf die Zuständigkeiten hin. Als Genehmigungsbehörde sei die Bezirksregierung in Detmold auch für die Überwachung der Umweltauflagen, für Vollstreckungsmaßnahmen und Zwangsgelder zuständig. Die Stadt habe beschlossen, einen Vertreter der Bezirksregierung in die Sitzung des Planungsausschusses am 9. Mai einzuladen, um sich dort über Kontrollen und Maßnahmen informieren zu lassen. An dieser Sitzung könnten auch die Anwohner teilnehmen, bot sie an. »Wir dürfen höchstens Glassplitter auf dem Gehweg aufkehren und haben sonst wenig Befugnisse. Wir sind nicht berechtigt zu eigenen Kontrollen. Aber Sie dürfen uns glauben: Es ist nichts liegen geblieben. Wir haben die Aufforderungen der Anwohner immer weiter gegeben«, begründete die Bürgermeisterin den geringen Spielraum der Stadt. Während CDU-Fraktionschefin Birgit Ernst den Anwohnern zumindest in der Sitzung noch Zeit zur Diskussion einräumen wollte, vertrat Dr. Walter Arnold (die Grünen) die Meinung, die Stadtverwaltung habe durchaus das Recht, bei der Bezirksregierung regelmäßig einen Sachstandsbericht anzufordern.

»Es kann nicht die private Aufgabe der Bürger sein, die Firma Mega Recycling zu überwachen«, hieß es von den Anliegern. Ihr Ziel: Die Stadt soll sich verpflichten, regelmäßig die Zuverlässigkeit des Betriebes zu überprüfen. Schließlich wolle man die Kontrolle, ob Auflagen eingehalten werden, nicht dem Kommissar Zufall überlassen. »Samstags scheppert der Schrott oft bis 18 oder 19 Uhr. Der Druck muss höher sein«, forderten Kai Bergmann und Ute Hufendiek-Beutel.

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