Bezirksregierung hat 14 »schwerwiegende Mängel« bei Betrieb in Werther festgestellt Recyclingfirma in der Kritik

Werther (WB). Die Firma Mega-Recycling kommt nicht aus den Schlagzeilen. Der von Anwohnern vielfach kritisierte Betrieb an der Ziegelstraße hat in 14 Punkten gegen Umweltvorschriften verstoßen.

Von Marco Kerber
Besuch von Umweltkontrolleuren hat die Firma Mega-Recycling zuletzt am vergangenen Montag bekommen. Sie stellten fest, dass noch immer nicht alle Mängel auf einer 14 Punkte umfassenden Liste behoben worden sind.
Besuch von Umweltkontrolleuren hat die Firma Mega-Recycling zuletzt am vergangenen Montag bekommen. Sie stellten fest, dass noch immer nicht alle Mängel auf einer 14 Punkte umfassenden Liste behoben worden sind. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Das geht aus einem Bericht der Bezirksregierung Detmold hervor. Darin werden dem Unternehmen auf dem ehemaligen Ziegelei-Gelände 14 »schwerwiegende Mängel« bescheinigt. Die haben Umweltinspekteure der Behörde bereits im September 2016 festgestellt, als sie die Firma unangemeldet durchleuchteten.

Unter anderem wird den Betreibern vorgeworfen, gefährliche Abfälle entgegen der Auflagen im Freien und in zu großen Mengen gelagert zu haben. Auch soll ein Behälter mit wassergefährdender Flüssigkeit außerhalb des vorgesehenen Lagers abgestellt worden sein. Bildschirme, die gefährliche Stoffe enthalten, habe man nicht wie vorgeschrieben behandelt, sondern einfach zerschlagen.

Haufenweise werden unter freiem Himmel Materialien gelagert. Anwohner klagen über aufgewirbelten Glasstaub. Foto: Genuit-Thiessen

Nach Auskunft von Behördensprecher Andreas Moseke haben die Kontrolleure am vergangenen Montag bei einem weiteren Ortstermin überprüft, ob die Firma die Mängel behoben hat. Dies sei in sechs der 14 Punkte erfolgt. In fünf Punkten stünden noch weitere Untersuchungen aus, um zu einem Urteil zu kommen. Drei Forderungen seien dagegen noch nicht erfüllt: Die Bezirksregierung hat den geforderten und von der Firma vorgeschlagenen Immissionsschutz- und Gewässerschutzbeauftragten noch nicht akzeptiert. Und auch die Lagerung in abgedeckten Boxen, damit kein Glasstaub durch die Gegend weht, fehlt laut Moseke noch.

Er kündigt eine »engmaschige Überwachung« an, ob der Betrieb alle Auflagen zeitnah erfüllt. Außerdem ist gegen die Betreiber der Recyclinganlage ein so genanntes Zwangsgeld festgesetzt worden. »Die Höhe kann ich aus Datenschutzgründen nicht nennen. Sie orientiert sich aber an den Kosten, die zur Behebung der Mängel nötig wären. So soll nicht sanktioniert, sondern eher motiviert werden sinnvoll zu investieren, um das Zwangsgeld zu vermeiden«, erklärt Andreas Moseke.

Sollte Mega-Recycling die Forderungen nicht zeitnah erfüllen, werde der Druck erhöht durch eine Anhebung des Zwangsgeldes. Auch den Entzug der Betriebserlaubnis behält sich die Bezirksregierung vor, sollte die Firma nicht angemessen reagieren.

In der Vergangenheit war die 2013 an die Ziegelei gezogene Mega Recycling GmbH mehrfach in die Kritik geraten. Anwohner klagten über Lärmbelästigungen, Arbeit außerhalb der zugelassenen Zeiten und herumfliegenden Glasstaub. Eine Überprüfung der Behörden ergab allerdings, dass der Lärm innerhalb der gesetzlichen Grenzen liegt. Das Vertrauen zu ihrem gewerbetreibenden Nachbarn bezeichneten die Anwohner dennoch als zerstört.

Das Unternehmen wollte sich auf Nachfrage nicht zu den jüngsten Vorgängen äußern.

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