Bau des Böckstiegel-Museums hat begonnen – Eröffnung für Sommer 2017 geplant Mit schwerem Gerät am Kleinod

Werther(WB). Der Bagger gräbt sich tief in den Boden der Wiese und bringt Schaufel um Schaufel Erde ans Licht. Am Böckstiegel-Haus hat mit schwerem Gerät der Bau des Museums begonnen. Es soll im Sommer 2017 eröffnen.

Von Jan Dresing
Es geht los: In den nächsten drei Wochen sollen die Erdarbeiten abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des Rohbaus ist für den Jahreswechsel anvisiert. Im Sommer 2017 soll das Museum in Arrode schließlich seine Pforten öffnen.
Es geht los: In den nächsten drei Wochen sollen die Erdarbeiten abgeschlossen sein. Die Fertigstellung des Rohbaus ist für den Jahreswechsel anvisiert. Im Sommer 2017 soll das Museum in Arrode schließlich seine Pforten öffnen. Foto: Dresing

Um das Werk Peter August Böckstiegels, das rund 1300 Arbeiten umfasst, angemessen präsentieren und erhalten zu können, sei der ergänzende Museumsbau unverzichtbar, betont Ute Dohrmann von der Böckstiegel-Stiftung: »Das urige Wohnhaus ist ungeeignet für die Bilder. Auch die stetig steigenden Besucherzahlen tun dem Haus nicht gut.«

Auf der Baustelle (von links): Marian Hachmeister, Ute Dohrmann und Hausmeister Volker Schnitker. Foto: Dresing

Doch es gibt auch Kritiker des Baus in Arrode: Sie stören sich vor allem daran, dass der 24 mal 24 Meter großen Sandstein-Quader den Blick aufs berühmte Böckstiegel-Haus verbaue. »Manche Leute sehen die Baustelle und fürchten um das Kleinod und die naturbelassene Wiese«, sagt Ute Dohrmann. »Doch das Haus bleibt ja erhalten und steht Besuchern weiterhin offen«. Der Neubau sei durchdacht konzipiert und stehe nicht zu nah an Böckstiegels Geburtshaus. Auch die Obstbäume sollen wieder gepflanzt werden.

Zu Beginn des Jahres hatte der städtische Planungsausschuss den Weg für den Museumsbau freigemacht. Am 7. April – zum 127. Geburtstag von Peter August Böckstiegel – erfolgte der symbolische Spatenstich. Jetzt ist also der Bagger angerückt. Zur Zeit wird der Mutterboden abgetragen. »In den nächsten drei Wochen finden die Erdarbeiten statt«, erklärt Bauleiter Marian Hachmeister vom Lemgoer Büro »hsd-Architekten«. »Ab August beginnen wir mit der Gründung.« Der Rohbau des Museums soll zum Jahreswechsel fertig sein.

Von der Terrasse des Museumscafés blicken die Besucher aufs Böckstiegel-Haus.

»Wir brauchen Veränderung im Leben«, wirbt die Museumspädagogin für den neuen Kulturort in Werther. »Und wir wollen die Bürger und Besucher mitziehen.« Mit privaten Spenden in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro wird zudem ein Untergeschoss realisiert. Dort werden das Depot – für nicht gezeigte Bilder, die noch im Gütersloher Kreishaus lagern – und eine Werkstatt sowie die Technik untergebracht. »Das Museum ist klimastabil«, sagt Hachmeister. Die Bilder können somit fachgerecht bei optimaler Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert und ausgestellt werden. Ebenfalls im Keller entstehen Besuchertoiletten und -garderobe, die zur Zeit in der Garage neben dem Haus untergebracht sind.

Dadurch entsteht mehr Ausstellungsfläche im Erdgeschoss. »Das Museum kann sein Spektrum ausweiten«, erklärt Ute Dohrmann. Denkbar wären etwa kombinierte Ausstellungen anderer westfälischer Expressionisten. Bis es soweit ist, freut sie sich, dass in Zeiten, wo sonst nur Gelder gestrichen werden, überhaupt ein Museum entstehen kann. Und: »Es ist schön, dass wir zukünftig alle Werke Böckstiegels an einem Ort haben.«

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