Im Konflikt um Zusammenlegung von OGS und Randstunde gibt es eine klare Aussage Rektor entscheidet für schnellen Umzug

Werther (WB). Entgegen der mehrheitlichen Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses will Grundschulrektor Jens Gadow in dem Konflikt um die Zusammenlegung von Offener Ganztagsschule und Randstunde zeitnah Umstellungen einleiten. Er hält dies aus schulorganisatorischen Gründen für dringend geboten.

Von Stefan Küppers
Rektor Jens Gadow will die Raumverteilung an der Grundschule Werther neu ordnen.
Rektor Jens Gadow will die Raumverteilung an der Grundschule Werther neu ordnen.

Seit mehreren Wochen schwelt der Konflikt zwischen einem Teil der Elternschaft auf der einen Seite sowie der Schulleitung sowie der Führung der Arbeiterwohlfahrt, als Trägerin von OGS und Randstunde, auf der anderen Seite. In zwei Sitzungen des Schulausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) war auch die Politik mit dem Konflikt befasst. Im HFA wurde schließlich von einer Mehrheit gegen die Stimmen der SPD und der Bürgermeisterin der Schulleitung empfohlen, von zeitnahen Veränderungen zunächst abzusehen, um einen Elternbeteiligungsprozess ganz von vorne ohne Vorgaben zu starten.

Eltern diskutieren ohne den Rektor

Am Donnerstagabend kamen schließlich etwa 30 Eltern auf Einladung der Schulpflegschaft zusammen, um die Lage zu diskutieren, ohne dass Rektor Gadow dazu geladen worden wäre. Stattdessen hatte Schulpflegschaftsvorsitzende Gökcen Ata mit Stefan Sodeck-Wehr einen Mediator mit in die Elternrunde gebracht. Im Gespräch mit dieser Zeitung stellte die Pflegschaftsvorsitzende heraus, dass es ihr auch um eine Zusammenführung der OGS- und Randstundeneltern gegangen sei. »Dabei kam heraus, dass beide Elterngruppen die gleichen Bedenken teilen. Dass nämlich mit mehr als 200 Kindern die Gruppen zu groß werden könnten und die Eltern gerne ein Konzept vorgestellt bekommen hätten. Die Eltern wollen einfach informiert werden«, so Gökcen Ata. Aus ihrer Sicht steht das Ob gar nicht mehr in Frage, sondern es gehe nur noch um das Wie. Eine Koordinierungsgruppe für die konzeptionelle Arbeit sollte ihrer Ansicht gleich nach den Sommerferien ins Leben gerufen, wenn alle Eltern wegen Teilnahme daran dazu auch gefragt werden könnten. Unterm Strich sei es am Donnerstag eine positive Gesprächsrunde gewesen, auch wenn es unter einzelnen Eltern weiterhin Widerstand gebe, resümierte die Schulpflegschaftsvorsitzende.

Rektor Jens Gadow verblieb den Donnerstagabend in der Schule, um sich anschließend von Eltern über den Verlauf informieren zu lassen. In den nächsten Tagen will er in einem Elternbrief noch einmal ausführlich Stellung nehmen.

»Gemeinsames Lernen nicht länger verzögern«

Bei der Betreuung müsse man enger zusammenwachsen. Über die inhaltliche Konzeption soll laut Gadow gerne weiter diskutiert werden. Doch die räumliche Umstellung bereits zum neuen Schuljahr, indem die Randstunden-Kinder vom Keller in das Erdgeschoss ziehen, hält der Rektor vor allem aus einem Grund für unabwendbar. Die Wertheraner Grundschule sei seit dem vergangenen Jahr eine Schule des Gemeinsamen Lernens, in der auch Kinder mit besonderem Förderbedarf im Fokus sind. Dies bringe räumliche Erfordernisse mit sich. »Wenn wir nicht schnell umziehen, verzögert dies die Umsetzung des Gemeinsamen Lernens. Und wir müssen uns schnell entwickeln, das ist im Sinne der Kinder. Wir brauchen gute Räume, aber es ist hier relativ eng«, sagt Jens Gadow. Vom Lehrerkollegium sieht er sich in dieser Haltung unterstützt. Bei den Betreuungsräumen habe zwar der Schulträger das letzte Wort. Doch er wisse sich mit der Bürgermeisterin einig, sagt Rektor Gadow.

»Kein gebundener Ganztag beabsichtigt«

Das Gerücht, dass mit der Zusammenlegung von OGS und Randstunde ein verpflichtender Ganztag für alle Schüler vorbereitet werde, weist Gadow zurück. »So etwas würde ich niemals anstreben. Denn die Eltern hätten dann in Werther keine Wahl mehr. Die Offene Ganztagsschule ist gut und ausreichend.«

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