Johannes Linn gehört zu den besten jungen Mathematikern im Land Wie ein zweiter Einstein gefeiert

Werther(WB). Viele Schüler verzweifeln beim Anblick einer Matheklausur. Johannes Linn hat dieses Problem nicht: Der 15-jährige Zehntklässler des Evangelischen Gymnasiums (EGW) ist als einer der besten jungen Mathematiker Deutschlands ausgezeichnet worden.

Von Sara Mattana
Die Leiden der Anderen kennt er nicht: Naturwissenschaften sind seine große Leidenschaft. Schulleiterin Barbara Erdmeier gratuliert Johannes Linn (15), der einer der besten deutschen Nachwuchsmathematiker ist.
Die Leiden der Anderen kennt er nicht: Naturwissenschaften sind seine große Leidenschaft. Schulleiterin Barbara Erdmeier gratuliert Johannes Linn (15), der einer der besten deutschen Nachwuchsmathematiker ist. Foto: Sara Mattana

Im Bundesfinale der Mathematik-Olympiade musste er sich gegen 14 Mitstreiter aus Deutschland behaupten. Mit 33 von 40 Punkten, auf dem ersten Platz zusammen mit zwei Konkurrenten. »Was in den Klausuren bei einem solchen Wettbewerb verlangt wird, hat eigentlich nichts mit Schulmathematik zutun«, sagt Johannes Linn.

Seinen Weg zum bundesweiten Erfolg begann er im Herbst 2015 mit einer besonders ausführlichen Hausaufgabe für einen schulinternen Wettbewerb. Im Dezember ging es für ihn dann nach Gütersloh, wo er sich den Anforderungen einer dreistündigen Klausur stellte und diese ebenfalls meisterte. Die sechs besten Schüler des Kreises traten zwei Monate später in der NRW-Landesrunde in Dortmund an. Wer dort am besten abgeschnitten hat, durfte im Juni für drei Tage nach Jena reisen. »Das ist eine ganz andere Atmosphäre als bei Klassenfahrten. Jeder ist in dieser Zeit sehr früh ins Bett gegangen, um am nächsten Tag fit für die Klausuren zu sein«, erinnert sich Johannes Linn.

Denn vormittags war für viereinhalb Stunden höchste Konzentration gefordert: An zwei Tagen mussten die jungen Mathegenies je drei Aufgaben lösen, die sich mit Ungleichungen, linearer Algebra, Geometrie und Zahlentheorie beschäftigten.

Sein Talent für Naturwissenschaften ist ihm in die Wiege gelegt wurde: »Meine Mutter ist Lehrerin für Mathe und Physik und mein Vater ist Physikprofessor an der Uni Bielefeld«.

Auch er selbst möchte nach dem Abitur gern Mathematik und Physik studieren. »Mathe wird im nächsten Jahr auf jeden Fall mein Leistungskurs. Für einen Physik-LK interessieren sich leider nicht genug meiner Mitschüler. Deshalb werde ich dann Geschichte wählen«, sagt Johannes Linn, der nicht nur naturwissenschaftliche Fächer beherrscht (Notendurchschnitt 1,18). Seine einzige Schwäche: »Latein. Mein Latinum habe ich nur mit einer drei bestanden.«

Doch wie gehen die Lehrer damit um, dass Johannes im Matheunterricht über Sachverhalte nachgrübelt, die seinen Mitschülern ein Rätsel sind? Gemeinsam mit Schulleiterin Barbara Erdmeier und Mathelehrerin Stefanie Goedtke hat er eine Lösung gefunden: Während der Unterrichtsstunden bearbeitet er besonders schwierige Aufgaben, die er eigenständig rechnen kann. Die normalen Klausuren muss er aber trotzdem mitschreiben.

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