Druck der Wursthersteller durch gestiegene Schweinefleischpreise Streit ums Fleisch: Reinert contra Tönnies

Rheda-Wiedenbrück/Versmold (WB/OH). Der Druck der Wursthersteller durch gestiegene Schweinefleischpreise, die nur zum Teil an Handel und Verbraucher weitergegeben werden können, hat einen Streit in der Branche entfacht. Hans-Ewald Reinert, Chef der für die Sommerwurst bekannten Versmolder Privatfleischerei Reinert, forderte bei einem Branchentreff Exportbeschränkungen für deutsches Schweinefleisch nach China.

Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof an den Haken (Symbolbild).
Halbierte Schweine hängen in einem Schlachthof an den Haken (Symbolbild). Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Deutsche Wursthersteller seien sonst nicht mehr in der Lage, ausreichend Ware für den Lebensmittelhandel zu produzieren.

Dem widerspricht Clemens Tönnies, Chef von Deutschlands größtem Fleischkonzern in Rheda-Wiedenbrück. Laut »Lebensmittelzeitung« erklärte Tönnies, dass die Stammkundschaft voll beliefert werde und der Konzern seine Aufträge erfülle. »Wir stehen zu unseren Partnern, auch bei hohen zu erzielenden Exportpreisen«, erklärt Tönnies. Natürlich belaste ein aktueller Schweinepreis von 1,95 Euro je Kilogramm die Veredelungsindustrie, gleichwohl profitierten davon aber die landwirtschaftlichen Erzeuger.

Die Fleisch- und Wurstwarenbranche ist seit Jahren von hohem Konsolidierungsdruck geprägt. Die zu Tönnies gehörende Zur-Mühlen-Gruppe gilt als größter Wursthersteller Deutschlands. Sie hatte zuletzt mehrere Unternehmen und Marken aufgekauft. Reinert hat gerade vom Bundeskartellamt grünes Licht für die Fusion mit dem Wettbewerber Kemper bekommen. Die beiden Unternehmen wären zusammen die Nummer zwei der Branche.

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