Inhabergeführte Wurstwarenhersteller werden »The Family Butchers«
Privatfleischerei Reinert fusioniert mit Kemper

Versmold (WB). Paukenschlag im deutschen Wurstwarenmarkt. Die Versmolder Privat-Fleischerei Reinert und der ebenfalls inhabergeführte Wettbewerber Kemper in Nortrup (Landkreis Osnabrück) fusionieren. Als »The Family Butchers« bilden sie künftig gemeinsam die Nummer zwei der Branche hinter dem Tönnies-Konzern.

Dienstag, 01.10.2019, 16:17 Uhr
Hans-Ewald Reinert (Foto) und Dr. Wolfgang Kühnl werden künftig als geschäftsführende Gesellschafter von »The Family Butchers« agieren. Foto: Oliver Schwabe

Seit längerem wächst der Konsolidierungsdruck im hart umkämpften und rückläufigen deutschen Wurstwarenmarkt: Immer wieder werden Hersteller von anderen geschluckt oder geben auf. So hat die zum Rheda-Wiedenbrücker Tönnies-Konzern gehörende Zur-Mühlen-Gruppe zuletzt etliche Wettbewerber und Marken übernommen und ihre Position als Marktführer ausgebaut. Zugleich wurden wegen des Kostendrucks Standorte geschlossen und Produktionen zusammengeführt.

In diesem Umfeld haben sich die beiden Traditionshersteller Reinert und Kemper nun zum Zusammenschluss entschieden. Mit einem Jahresumsatz von gemeinsam mehr als 700 Millionen Euro. Die Inhaberstämme der beiden Unternehmen, Reinert und Kühnl, werden jeweils 50 Prozent an »The Family Butchers« halten. Hans-Ewald Reinert und Dr. Wolfgang Kühnl werden als geschäftsführende Gesellschafter agieren. Der Zusammenschluss soll nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung voraussichtlich zum Jahreswechsel vollzogen werden.

Breites Sortiment von günstig bis Premium

»The Family Butchers« wolle dann seinen Kunden ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Premium-Herstellermarken anbieten und die Kompetenzen von Reinert als Markenhersteller und Kemper als Handelsmarkenspezialist bündeln. Das neue Unternehmen umfasst neun Produktionsstätten mit aktuell 2600 Mitarbeitern. Davon bringt Reinert mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 340 Millionen Euro 1200 Mitarbeiter an fünf deutschen Standorten sowie einem Werk in Rumänien ein. Das 1931 in Versmold gegründete Unternehmen, das für seine Sommerwurst, Chambelle sowie Bärchenprodukte bekannt ist, wird in dritter Generation von Hans-Ewald Reinert geführt.

»Wir sind gefordert, Antworten auf die Herausforderungen in der Wurst- und Fleischbranche zu finden. Mit unserem Zusammenschluss entsteht ein starkes Unternehmen mit einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind damit für die Anforderungen der Zukunft gerüstet«, erläutert Reinert die Gründe der Fusion. »Wir bleiben dabei ein Familienunternehmen mit einer klaren, auf Langfristigkeit und Vertrauen ausgelegten Werteorientierung«, ergänzt ergänzt Kühnl. »Und wir wissen um unsere Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften und die Verlässlichkeit für unsere Mitarbeiter und Kunden.«

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