Interesse an Literatur-Veranstaltungen steigt – »Wege durch das Land« machen Station Von Pasteten und Protestkulturen

Versmold/Bielefeld (WB). Ein »Lyrik-lastiges Programm«, so Dr. Dagmar Nowitzki, Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft, und deren Stellvertreterin Dr. Maria Kublitz-Kramer, warte in diesem Jahr auf die Literaturliebhaber der Region.

Von Burgit Hörttrich
Dr. Dagmar Nowitzki (rechts), Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe, und deren Stellvertreterin Dr. Maria Kublitz-Kramer stellen das Jahresprogramm mit Autoren-Lesungen, Matinee und Lyrik-Werkstatt vor.
Dr. Dagmar Nowitzki (rechts), Vorsitzende der Literarischen Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe, und deren Stellvertreterin Dr. Maria Kublitz-Kramer stellen das Jahresprogramm mit Autoren-Lesungen, Matinee und Lyrik-Werkstatt vor. Foto: Bernhard Pierel

Man bemühe sich, so Dagmar Nowitzki, Geschäftsführende Gesellschafterin der Helmut Brüninghaus Kronenkorken GmbH & Co. KG in Versmold, um eine ausgewogene Mischung aus Autorenlesungen und Veranstaltungen »rund ums Buch«. Im vergangenen Jahr wussten das 1150 Besucher der Veranstaltungen zu schätzen, 200 mehr als noch 2016.

Auch die Zahl der Mitglieder sei mit aktuell 235 steigend, freut sich Maria Kublitz-Kramer: »Wir haben einen positiven Saldo.«

Jahresprogramm beginnt mit einer Lesung des Büchner-Preisträgers

Tradition bei der Literarischen Gesellschaft sei, das Jahresprogramm mit einer Lesung des Büchner-Preisträgers zu eröffnen. Jan Wagner, der den renommierten Preis Ende November verliehen bekommen hat, liest am 16. Januar um 20 Uhr in der Stadtbibliothek »von Eulenhassern und Pasteten, Regentonnen und Bienenschwärmen«. Wagner zähle zu den bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikern der Gegenwart.

Mit einer weiteren auch Lyrik-Veranstaltung im März wolle man auch ein jüngeres Publikum ansprechen. Hellmuth Opitz liest im Bunker Ulmenwall im Rahmen der Veranstaltung Protestkulturen 1957-67, organisiert von Doktorand Oliver M. Pawlak. Zudem steht im August eine Lyrik-Werkstatt mit Thomas Rosenlöcher auf dem Programm.

»Leonhard. Chronik einer Kindheit« am 5. Juni

Kai Kauffmann, ebenfalls Vorstandsmitglied der Literraischen Gesellschaft, präsentiert am 5. Juni einen Roman seines Großvaters Fritz Alexander Kauffmann (1891-1945), den er überarbeitet und neu aufgelegt hat: »Leonhard. Chronik einer Kindheit«. Der schwäbische Autor erlebte seine Kindheit in dem zur Fabrik umfunktionierten Kloster Denkendorf. Diese Natur und Kultur vereinigende Welt erscheint in dem Buch als verlorenes Paradies. Die Edition enthält erstmals den nur handschriftlich ausgearbeiteten Schlussteil.

Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit »Wege durch das Land« präsentiert die Literarische Gesellschaft am 21. Juli auf dem Hof Meyer zu Eissen Lesungen aus den Werken des Detmolder Schriftstellers Georg Weerth (1822-1856) und eine Lesung von Autorin Gila Lustiger (54, »Die Schuld der anderen«, »Erschütterung«). Das regionale Musik- und Literaturfest steht in diesem Jahr unter dem Motto »Mut und Widerstand«.

Maria Kublitz-Kramer freut sich, dass es in diesem Jahr nach längerer Pause wieder eine Literaturverfilmung im Lichtwerkkino zu sehen gibt (25. Februar). Gezeigt wird der Film »Gilberto Bosques« von Lilian Liberman. Der mexikanische Generalkonsul in Marseille organisierte die Rettungsaktion vieler Deutscher und Österreicher, die vor den Nazis fliehen mussten.

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