Wahl zur Stellvertretenden Bürgermeisterin – Horst Hardiek verlässt die SPD Ulrike Poetter sticht Petra Pölzing aus

Versmold (WB). Mit den Stimmen von FDP, CDU und UWG ist Ulrike Poetter zur neuen stellvertretenden Bürgermeisterin in Versmold gewählt worden. Ihr Vorgänger Horst Hardiek von der SPD, der 23 Jahre lang das Amt des ersten Stellvertreters inne hatte, hat seine Fraktion verlassen.

Von Burkhard Hoeltzenbein
Mit der FDP-Ratsfrau Ulrike Poetter hat Bürgermeister Michael Meyer-Hermann für den Rest der Wahlperiode eine neue Stellvertreterin. CDU, FDP und UWG setzten bei der geheimen Abstimmung ihre eigene Kandidatin durch.
Mit der FDP-Ratsfrau Ulrike Poetter hat Bürgermeister Michael Meyer-Hermann für den Rest der Wahlperiode eine neue Stellvertreterin. CDU, FDP und UWG setzten bei der geheimen Abstimmung ihre eigene Kandidatin durch. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Die 73-jährige erfahrene Lokalpolitikerin Ulrike Poetter (FDP) erhielt in der geheimen Wahl am Donnerstag am Ende einer langen Ratssitzung 19 Stimmen. Auf Petra Pölzing (SPD), die mit Unterstützung der Grünen von ihrer Fraktion vorgeschlagen worden war, entfielen 14 Stimmen.

Hardiek wollte Posten behalten

Horst Hardiek war am Mittwoch aus der SPD ausgetreten und hatte zuvor bereits angekündigt, gegen seine (nun ehemalige) Parteikollegin Petra Pölzing zu stimmen. Der 71-Jährige hatte zuletzt öffentlich keinen Hehl daraus gemacht, dass er den ehrenamtlichen Posten gerne bis zur Vollendung des 25. Dienstjahres als Stellvertreter des Stadtoberhaupt behalten hätte.

Dem entgegen stand eine am Beginn der Wahlperiode vereinbarte Absprache der SPD, dass der Posten zur Hälfte dieser Zeit von Hardiek auf Pölzing übergehen sollte. Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2014 hatte Hardiek vom »Ausstieg in kleinen Schritten« gesprochen. Und seinerzeit verkündet: »Das Ratsmandat möchte ich bis zum Ende behalten. Das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters werde ich im Sommer 2017 zur Verfügung stellen«

Pölzing erhielt Rückendeckung aus der Fraktion

Davon wollte Horst Hardiek allerdings im Lauf der Wahlperiode nichts mehr wissen, verwies auf »den Rückhalt in der Bevölkerung«, der ihn zum Umdenken bewogen habe. Pölzing, die wegen des internen Zwists von ihrer Kandidatur Abstand nehmen wollte, erhielt von ihrer Fraktion Rückendeckung für die Kandidatur.

Die Grünen hatten sich frühzeitig festgelegt, Pölzing mit ihren drei Ratsvertretern zu unterstützen. Da am Donnerstag ein SPD-Ratsmitglied fehlte und Hardiek sich bereits demonstrativ von seiner Fraktion distanzierte, in dem er sich zwischen FDP und UWG platzierte, ging das Wahlergebnis vorhersehbar mit den Stimmenanteilen der Fraktionen aus.

»Kenne und schätze Ulrike Poetter«

»Ich habe mich dieser Wahl gestellt, wie ich es im Frühjahr 2017 versprochen habe«, erklärte Petra Pölzing, die am Wahlabend mit dem absehbaren Ergebnis sehr gelöst wirkte. »Ich nehme diese Entscheidung sportlich«, versicherte sie. Bei dieser Wahl sei es aber nicht vorrangig um Ulrike Poetter oder sie als Person gegangen. »Hier ging es um politische Mehrheiten und Machtverhältnisse«, schrieb Pölzing. »Ulrike Poetter und ich wir kennen und wir schätzen uns. Ich bin davon überzeugt, dass sie das Amt sehr gut ausfüllen wird und ich wünsche ihr für die Aufgabe alles Gute.«

Damit wird Poetter Bürgermeister Michael Meyer-Hermann vertreten. Mit Jörn Hainer stellt die CDU zudem den zweiten Stellvertreter.

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