Rekordbeteiligung mit 65 Firmen am 12. Versmolder Berufsparcours Firmen treffen Mitarbeiter von morgen

Versmold (WB/hn). Auf den Ausbildungszug sind beim gestrigen Berufsparcours in der CJD-Realschule Versmold erneut mehr Firmen aufgesprungen. Mit zehn neuen Betrieben, die die Bühne beim 12. Versmolder Berufsparcours nutzen, ist die Zahl der sich präsentierenden Unternehmen und Organisationen auf stattliche 65 gestiegen.

Ihre Kompetenz als Computerspielexperten nutzen Joel (links) und Nils am Stand der Steinhagener Firma Hörmann beim Techniktest.
Ihre Kompetenz als Computerspielexperten nutzen Joel (links) und Nils am Stand der Steinhagener Firma Hörmann beim Techniktest. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Das Zusammentreffen von Betrieben aus der Region, die händeringend um Nachwuchs werben, und jungen Menschen, die noch am Beginn der Findungsphase bei der Karriereplanung stehen, funktioniert dank des durchgetakteten Ablaufplans bestens. Für Michael Trödel, Koordinator der Veranstaltung, ist die Nachfrage ein untrügliches Zeichen für den Erfolg der Ausbildungsbörse. Seine selbstbewusste Aussage »Wir bieten bundesweit der größte Berufsparcours« ist nur bedingt ironisch gemeint.

Veranstaltung hat beachtliche Dimensionen erreicht

Tatsächlich hat die Veranstaltung dank der Teilnahme von vier Versmolder Schulen, der PAB-Gesamtschule Borgholzhausen und der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer beachtliche Dimensionen erreicht. Fast 500 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 klappern mit ihrem Laufzettel die Stationen ab. Von der »Altenpflegefachkraft« bis zum Beruf des Zimmerers, den das Handwerksbildungszentrum vorstellt, können sich die Schüler über 106 Berufe informieren. »Auch das ist bisheriger Rekord«, betont Trödel. Mittlerweile blicken immer mehr Betriebe aus Harsewinkel auf den Azubi-Markt in Versmold.

Auf die Motivation der jungen Leute kommt es an

Ganz ohne Zeugnis geht es nicht. Und gute Noten in Mathe oder Deutsch schaden nicht. Doch beim Thema »Azubis einstellen« geht es den Firmen immer mehr um die »Einstellung« ihrer künftigen Mitarbeiter. »Auf die Motivation der jungen Leute kommt es an«, ist allgemeiner Tenor des Berufsparcours. »In zwei Wochen Praktikum lerne ich die Bewerber doch viel besser kennen als in einem halbstündigen Gespräch«, sagt Johannes Strutz, Personalreferent bei Hörmann. Gerade im Handwerk haben motivierte Nachwuchskräfte gute Chancen, Karriere zu machen.

Kampf um die Fachkräfte

Der Kampf um die Fachkräfte ist längst entbrannt. Heimische Firmen wie Hörmann, Baxter Onkology, Gerry Weber oder die Nagel Group haben den Stellenwert dieser Erstkontaktbörse längst für sich entdeckt (siehe Kasten). Der Großteil der Neuntklässler will zwar nach dem Schulabschluss am Ende der zehnten Klasse weiter zur Schule gehen. Doch der frühe Kontakt zur Wirtschaft mit den Schulpraktika sorgt in vielen Fällen für den gewünschten Klebeeffekt. Das gilt auch auf niedrigerem Level für Flüchtlinge, die auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt drängen.

Schüler entdecken Neues

Von der Dachdeckerinnung, bei der die Schüler filigrane Herzen aus einer Schieferschindel klopfen bis zu Vermessungsunternehmen und dem Infostand der Bundeswehr reichen alleine die Sparten, die draußen unter freiem Himmel zu entdecken sind. »Es ist spannend, hier Neues zu entdecken«, sagt Kimberly von der PAB-Gesamtschule Borgholzhausen. Ihre Mitschülerin Susanne hat ihre Berufsfelder schon ein wenig eingegrenzt: Entweder mit Tieren arbeiten oder Physiotherapeutin.«

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