Eine an Knochenmarkkrebs erkrankte Versmolderin trifft ihre Lebensretterin Ein Hoch auf das Leben

Versmold (WB). Etwa 2000 Menschen haben zur Eröffnung des Damentennisturniers »Reinert Open« am Samstag den Bärchentag erlebt und die Spanische Nacht durchgefeiert. Die Begegnung zwischen zwei Menschen überstrahlt an diesem fröhlichen Tag alles. Veronika Kalläne, die an Knochenmarkkrebs erkrankt war, trifft Stephanie Acri, die Spenderin, die ihr das Leben gerettet hat.

Von Burkhard Hoeltzenbein
Viva la Vida! Es lebe das Leben. Die Versmolderin Veronika Kalläne (links) bedankt sich bei Stephanie Acri, ihrem genetischen Zwilling. Die Stammzellenübertragung hat der Gastronomin das Leben gerettet.
Viva la Vida! Es lebe das Leben. Die Versmolderin Veronika Kalläne (links) bedankt sich bei Stephanie Acri, ihrem genetischen Zwilling. Die Stammzellenübertragung hat der Gastronomin das Leben gerettet. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Es ist ein bewegender Moment, als sich die beiden Frauen das erste Mal in ihrem Leben treffen, in die Arme fallen, beide mit Tränen der Freude und der Rührung in den Augen. »Geschrieben haben wir uns schon lange, wir wollten uns unbedingt kennenlernen«, sagt Veronika Kalläne, die als Gastronomin des »Los Amigos« in Versmold fast alle und alles kennt.

Die Besucher, die den Aktionstag auf dem Gelände des Tennisparks bei spanischen Spezialitäten, Livemusik von Pablo Senneke und kleinem Bummel durch die Zeltstadt genießen, applaudieren.

Einige Gäste sind darunter, die sich vor zwei Jahren für Veronika Kalläne typisieren ließen und vielleicht einmal selbst ein Lebensretter sein werden. Als die 57-Jährige vor knapp drei Jahren erkrankte, war ihre einzige Chance, über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einen »genetischen Zwilling« zu finden. Der Hoffnung schürende Brief der DKMS kam einige Monate später. »Wir stimmen zu 98 Prozent überein«, bestätigt Stephanie Acri. Über eine Blutwäsche filterten die Ärzte bei der Mülheimerin Stammzellen heraus, die sie an die Versmolderin übertrugen.

800 Spender waren seinerzeit dabei, auch kamen für die Typisierungen 50 000 Euro an Spenden zusammen. »Ich bedanke mich bei Freunden, Familie, Bekannten, die mich unterstützt, mir Mut gemacht haben und immer zu mir gehalten haben«, sagt die Gastronomin, die wegen der Erkrankung und dem Infektionsrisiko nicht mehr arbeiten kann.

Dafür ist ihr Mann Luis Damea Gonzalez mit seinem Team am Samstag gefordert. Paella mit Meeresfrüchten und Calamares, dazu Sangria, Wein und spanisches Bier bieten den Besuchern die Grundlage, um buchstäblich bis in den frühen Morgen zu feiern. Die Tanzfläche im Festzelt leert sich nie, weil ein iberischer Fetenhit nach dem anderen erschallt. Nicht nur die vielen spanischen Besucher unter den Gästen stimmen textsicher mit ein.

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