Walter Höcker bezweifelt Notwendigkeit des Weiterbaus des Stadtrings »Überflüssig«

Versmold(WB). Sollte der zweite Abschnitt des Stadtrings wirklich gebaut werden, hätte Walter Höcker »das Problem« direkt vor der Nase seines Betriebes an der Straße Im Industriegelände. Der Unternehmer wehrt sich mit starken Worten, aber auch einer langen Liste von Argumenten gegen den Weiterbau.

Von Burkhard Hoeltzenbein
Gegen den geplanten Weiterbau des Stadtrings wehrt sich Unternehmer und Landwirt Walter Höcker.
Gegen den geplanten Weiterbau des Stadtrings wehrt sich Unternehmer und Landwirt Walter Höcker. Foto: Burkhard Hoeltzenbein

Auf »die im Rathaus« ist der Fleischwarenproduzent nicht gut zu sprechen. Politik und Verwaltung wirft er gleichermaßen vor, sich den Einwänden gegen den Stadtring zu verschließen. »Nur die Grünen haben von Anfang an dagegen gestimmt«, schränkt er ein. µThesen hat Höcker reichlich gesammelt und akribisch aufgelistet. Dass die Stadt mehr Verkehr auf dem zweiten Bauabschnitt erwartet, könne niemand garantieren, meint er und hält die Zahlen gegeneinander: Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts des Stadtrings habe eine Verkehrszählung ergeben, dass 1900 Fahrzeuge die Straße nutzten. Prognostiziert waren aber mehr als 6000 Fahrzeuge.

»Die Stadt führt die nicht erfolgte Sperrung des Caldenhofer Wegs, die fehlende Reinert-Anbindung und eben auch die noch fehlende Fortführung des Stadtrings an. Aber das verdreht die Tatsachen«, wettert Höcker. Es gebe genügend Gründe, dass der Verkehr eher weniger werde. Die Nagel Group werde ihr Logistikzentrum im Interkommunalen Gewerbegebiet erweitern, wodurch weniger Lkw vom dann nur noch als Lager genutzten Stammsitzes an der Friedrich-Menzefricke-Straße durch die Stadt führen.

Die Fertigstellung der A 33, möglicherweise schon im Jahr 2019, ist für Höcker – anders als die gängige Meinung im Rat – für die Verkehrssituation in Versmold eher entlastend. »Dann lohnt sich die Abkürzung über Versmold zur A 2 nach Oelde oder Beckum vom Treibstoffverbrauch nämlich nicht mehr«, macht Höcker seine eigene Rechnung auf. Zumal die Bundesregierung ab dem Jahr 2018 Mautgebühren für Brummis auf Bundesstraßen erheben wolle.

Überhaupt hält der Pferdezüchter die Trassenführung, die in Sichtweite vom Kreisel an der Laerstraße weiter Richtung Knetterhausen direkt über sein eigenes Grundstück führen würde, für den falschen Ansatz.

Ganz abgesehen davon, dass er für seine seltene Zucht Senner-Pferde, die auf der Koppel am Firmenstandort grasen, einen Ausgleich benötigte. Wenige Meter weiter auf der anderen Straßenseite müsste das Unternehmen Nordfrost an die neue Trasse angedockt werden. »Da liegt aber die Bahntrasse. So eine Zufahrt würde doch gar nicht genehmigt.« Höckers Argumentenschatz ist mindestens so groß wie sein Ärger.

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