Verl
Kaunitzerinnen ernähen 15.000 Euro

Kaunitz (matt) - Die eine näht lieber über den Tag verteilt, die andere morgens und die dritte immer dann, wenn sie Zeit hat. Zusammen haben Mechthild Heuking, Margret Vorbeck und Anneke Schinkel-Behrendt rund 3.000 Alltagsmasken gefertigt und so 15.000 Euro für das Malawi-Projekt zusammenbekommen.

Freitag, 09.10.2020, 15:07 Uhr aktualisiert: 09.10.2020, 15:31 Uhr

„Am Anfang habe ich eine halbe Stunde gebraucht. Jetzt ist eine Maske nach 20 Minuten fertig – mit zuschneiden“, sagt Mechthild Heuking und ist schon ein wenig stolz darauf, wie flott ihr die Produktion von Mund-Nasen-Schutz mittlerweile von der Hand geht. 

Die Nachfrage ist ungebrochen hoch

„Sie ist die Fleißigste von uns dreien“, ergänzt Anneke Schinkel-Behrendt, die selbst auf eine Anzahl von 800 genähten Masken kommt. Pi mal Daumen. Denn ganz genau hat keine der drei Frauen, die für das Malawi-Projekt in die Serienproduktion gegangen sind, mitgezählt. 

Die Nachfrage sei ungebrochen hoch, berichtet Anja Irmer. In ihrer Apotheke am Fürst-Wenzel-Platz sind die Masken erhältlich. „Und die Menschen kommen nicht nur aus Verl und Kaunitz, sondern auch aus dem Umland.“ 

Es fehlt der Nachschub aus Malawi

Eine Fünf-Euro-Spende wird pro Mund-Nasen-Schutz erbeten. Dafür ist fast jede Maske ein Unikat, gefertigt aus Stoff aus Malawi. 

Elisabeth Maasjost wartet eigentlich auf Nachschub. „Aber dort bricht momentan die Wirtschaft zusammen. Pakete werden nicht geliefert. Wir hoffen, dass ab nächster Woche der Versand wieder anläuft.“ Auch wenn die Wirtschaft leidet, hat das afrikanische Land das Coronavirus an sich gut im Griff, weiß die Vorsitzende des Malawi-Projekts. 

Ehrenamtliche vermissen Aktionen zur Spendeneinnahme

„Die Infektionszahlen sind Gott sei Dank niedrig. Im Bezirk, in dem wir aktiv sind, Karonga, ist sogar niemand aktuell infiziert“, erzählt Maasjost. Um Projekte und die Hilfe für Malawi aufrechtzuerhalten, sind die Einnahmen aus dem Maskenverkauf besonders wichtig. „Wir haben keine Großspender, sondern finanzieren Hilfe hauptsächlich durch Aktionen. Und die fehlen uns natürlich“, sagt Elisabeth Maasjost. 

Das Engagement der drei Kaunitzerinnen ist da ein wertvoller Beitrag. Ihre Masken haben sie in den vergangenen Wochen und Monaten perfektioniert. Es gibt sie für große und kleine Gesichtsfelder, die Gummis sind anpassbar. Kontur sowie die Materialwahl für den Nasenbügel wurden optimiert. 

Mit Masken ist es nicht genug

„Anfangs haben wir noch Rosendraht genommen. Der rostete aber. Jetzt verarbeiten wir Kupferdraht“, berichtet Anneke Schinkel-Behrendt. Die vierte Version ist mittlerweile auf dem Markt. Apothekerin Anja Irmer greift selbst zu, wenn sie eine schöne Maske sieht. 

Allein mit dem Nähen von Masken sind Mechthild Heuking, Margret Vorbeck und Anneke Schinkel-Behrendt nicht ausgelastet. Für die Herbst- und Weihnachtszeit fertigen sie Körnerkissen-Mäuse und kleine Täschchen. 

Verkaufsstand auf dem Verler Wochenmarkt

Am ersten Freitag im Monat bekommen Interessenten Masken auf dem Verler Wochenmarkt. Dort haben die Frauen einen Verkaufsstand.

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