Verl
Heimatverein will zur Normalität zurück

Verl (matt) - „Das Jubiläumsjahr sollte ein besonderes werden. Das ist es ja nun auch geworden. Aber auf eine eher zweifelhafte Weise“, ist Matthias Holzmeier genauso wie seine Mit-Vorsitzenden des Heimatvereins, Herbert Kleinhans und Regina Bogdanow, konsterniert. 

Dienstag, 01.09.2020, 16:41 Uhr aktualisiert: 01.09.2020, 17:31 Uhr

Mit der Programmvorstellung für die zweite Jahreshälfte will der Verein in die Normalität zurückkehren. Aber was heißt schon normal? Der Blick auf den gelben Din-A4-Zettel macht allein anhand des Umfangs deutlich, dass das Programm für die Wochen zwischen September und November ziemlich abgespeckt werden musste. „So wenige waren es, als ich 2003 hier angefangen habe“, sagt Regina Bogdanow. Elf Veranstaltungen wird es geben. 

Meisten Veranstaltungen unter freiem Himmel

Die meisten finden, wie etwa die Pflanzenbörse am 19. September oder der Rundgang durch das Kirchdorf Verl, einen Tag vorher, unter freiem Himmel statt. Rund zwei Drittel bis drei Viertel weniger Programmpunkte sind es als üblich. „Aber es kann und wird wahrscheinlich noch die eine oder andere Veranstaltung dazukommen“, so Holzmeier. 

Fest steht, dass die Fachwerkkonzerte in dieser Spielzeit eigentlich St.-Anna-Konzerte heißen müssten. Denn die Kammermusikreihe wird vom Heimathaus in die benachbarte Kirche verlegt. „Was Mehrkosten mit sich bringen wird, wenn allein der Stutzflügel quer über den Kirchplatz transportiert werden muss“, so Herbert Kleinhans. Außerdem dürfen nur 70 statt wie sonst 90 Besucher zu den Konzerten kommen. Das geht ins Geld. 

„Aber wir sind von finanziellen Ausfällen nicht so stark betroffen wie andere Vereine“, ordnet Holzmeier das coronabedingte Minus an Einnahmen des Heimatvereins ein. „Da sind andere deutlich härter getroffen“, so Holzmeier. 

„Müssen vieles auf uns zukommen lassen“

Viel schlimmer ist für den Heimatverein, dass sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen mehr oder weniger ins Wasser gefallen ist. Der Festakt, der ursprünglich am 20. September nachgeholt werden sollte, ist erneut abgeblasen worden. „Wir müssen schauen, ob wir das nachholen können. So wie das müssen wir vieles auf uns zukommen lassen“, bleibt das Führungstrio gelassen. 

Die Baumpflanz- und Jubiläumsaktion wird aber wie geplant an der ehemaligen jüdischen Begräbnisstätte am Bükersweg mit einer liturgischen Feier der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld stattfinden. „Der 13. November wurde bewusst als Datum in die zeitliche Nähe des 9. November und damit der Reichskristallnacht gelegt“, so Holzmeier.

Heimathaus öffnet wieder regelmäßig

Obwohl die meisten Gruppen, Kreise und regelmäßigen Veranstaltungen aktuell nicht stattfinden, trotzt der Heimatverein dem Coronavirus und öffnet am 6. September das Heimathaus wieder regelmäßig sonntags zwischen 15 und 17.30 Uhr für Besucher der Jubiläumsausstellung „100 Jahre Heimatverein Verl“. Bis Ende November ist sie zu sehen. 

Maximal zehn Personen haben aufgrund des Hygienekonzepts auf der Galerie Platz, bevor am ersten Advent (29. November) die traditionelle Weihnachtsausstellung, die dieses Jahr 100 Adventskalender aus unterschiedlichen Epochen zeigen wird, folgt. Auch wenn das Vereinsleben überwiegend ruht, beschäftigt sich der Heimatverein weiterhin mit aktuellen Fragen der Stadtentwicklung und widmet sich bei einem ersten Arbeitstreffen dem Thema Landesgartenschau und mit den möglichen Auswirkungen eines solchen Mega-Projekts auf die Entwicklung der Kleinstadt. 

Auch Stadtführungen und Pättkes-Touren sind nach Absprache möglich. Ein Halt ist dann die Schroeder-Likörmanufaktur, wo – wie auch im Heimathaus – die Jubiläumsedition des „Verler Heimatwassers“, dem Boonekamp, nach wie vor für zwölf Euro erhältlich ist. Darauf weist der Heimatverein besonders hin.

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