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Verl: CDU nominiert Michael Esken

Verl (matt). Einmütig ist Verls Bürgermeister Michael Esken vom CDU-Stadtverband für eine zweite Amtszeit nominiert worden. Bei der Veranstaltung gab es Nebengeräusche: Bernhard Balke bewarb sich erfolglos als Gegenkandidat. Zudem warf er Esken vor, 1996 Wahlbetrug begangen zu haben.

Sonntag, 05.07.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 18:01 Uhr

 Bereits bei der jüngsten Vorstandswahl hatte sich Bernhard Balke, Sohn des ehemaligen Landrats ranz-Josef Balke, für jedes zur Verfügung stehende Amt beworben. Vergeblich. Jetzt legte er erneut einen provokanten Auftritt hin: „Der Bürgermeister hat 1996 Wahlbetrug begangen“, behauptete er im Rahmen einer Vorstellungsrunde der Kandidaten. Konkreter wurde er nicht. 1996 hatte die Landratswahl mit Esken als Stimmenauszähler stattgefunden.

Esken: „Das muss man als Politiker abkönnen“

 „Das muss man als Politiker abkönnen“, reagierte Esken gelassen. Das war auch der einzige Schönheitsfehler bei seiner erneuten Kandidatur. Damit steht das Wahl-Tandem aus Gabriele Nitsch an der Spitzenposition für den Stadtrat und Esken als Kandidat als Kopf der Verwaltung für die Kommunalwahl am 13. September fest.

Die Verler CDU sei der letzte Verband, der noch seinen Bürgermeister-Kandidaten nominieren müsse, stellte CDU-Kreisgeschäftsführer und Wahlleiter Hubert Kleinemeier fest. Die demonstrative Geschlossenheit des CDU-Stadtverbands drückte sich im Ergebnis für Esken aus: 35 der 37 wahlberechtigen Parteimitglieder gaben dem Amtsinhaber ihre Stimme. Der trat, anders als noch vor fünf Jahren, selbstsicher und selbstbewusst auf. Damals musste der kommunalpolitische Heimkehrer parteiintern viel Überzeugungsarbeit in eigener Sache leisten. Die Verler CDU war damals im Zuge des Machtgezerres zwischen dem Großteil der damaligen Ratsfraktion und Paul Hermreck und seinen Befürwortern auf der anderen Seite gespalten.

Christdemokraten demonstrieren Harmonie und Geschlossenheit

Harmonie und Geschlossenheit demonstrierten die Verler Christdemokraten, als ihr Vorsitzender Matthias Humpert den Bürgermeister lobte: „Wir haben versprochen, neue Akzente zu setzen. Wir haben Wort gehalten.“ Mit Michael Esken habe man einen Bürgermeister, der bürgernah und ansprechbar sei.

Wie die CDU den Wahlkampf inhaltlich gestalten will, dazu äußerte sich Humpert nicht. „Das ist hier und heute nicht der geeignete Rahmen und soll an anderer Stelle geschehen“, sagte Humpert, der sich bei allen Verlern, die im Zuge des Lockdowns und der problematischen Situation am Zollhausweg engagieren, bedankte. Esken lobte er für dessen Transparenz in der Kommunikation und Akzeptanz bei Bürgern und Wirtschaft. „Zukunftsthemen sind beim Bürgermeister gut aufgehoben, um die Perle Verl weiterzuentwickeln.“

Bürgermeister Michael Esken gab Einblicke in die Themen, die ihm bei einer weiteren Amtszeit in Verl wichtig sind. Hier ein Auszug.

Alter Bauhof:
Gespräche der Eigentümer des Ölbachcenters und des angrenzenden Komplexes mit Rossmann und Schnäppchenmarkt haben unbemerkt von der Öffentlichkeit stattgefunden. „Wenn die Eigentümer uns ein Konzept vorstellen, sind wir als Stadt bereit, unseren Beitrag zu leisten“, sagte Esken mit Blick auf die angrenzende Fläche des alten Bauhofs. Das gesamte Areal soll umgestaltet werden.

Bürgerbeteiligung:
„Es hat noch niemals so viel Bürgerbeteiligung gegeben wie in den vergangenen vier Jahren.“

Marktplatz:
„Das wird eine Mammutaufgabe sein. Wir werden alles daran setzen, dass wir am Ende der Legislaturperiode den ersten Stein umgesetzt und zumindest mit dem Bau begonnen haben.“

Mobilität:
„Ich fordere eine Schnellbuslinie nach Bielefeld.“

Gesamtschule:
„Für 29 Millionen Euro bekomme ich Standard. Ich möchte eine schöne Eingangssituation, wie sie auch das Gymnasium hat. Das wird extra kosten, ebenso eine Aufwertung des Pädagogischen Zentrums. Der Spatenstich soll 2021 erfolgen.“

Neuer Bauhof:
„Wir haben den Bauhof von 13 auf 8,5 Millionen Euro heruntergesetzt. Ich kann jetzt schon sagen, dass wir das sogar noch preiswerter abschließen als geplant.“

Hallenbad:
„Ist der zeitgleiche Bau von Schule und Hallenbad möglich, werden wir auch damit beginnen. Priorität hat die Gesamtschule. Auf eine Eröffnung 2024 können Sie mich festnageln.“

Stadionausbau/Neubau:
„Ein neues Sportstadion kostet nicht 15, sondern bestimmt 20 Millionen Euro. Und wenn das in Verler Gründlichkeit gemacht wird, vielleicht noch zwei bis drei Millionen Euro mehr. Wenn sich beim SC Verl Sponsoren bereitfinden, das zu tun, können wir über einen Zuschuss reden.“

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